Der Weg zur eigenen Ladestation (Teil 2)

Seit unserem Entschluss, eine eigene Ladestation zu installieren, sind gut drei Wochen vergangen. Wir haben die Zeit bis zum Start der Förderung genutzt, um das Projekt genau zu planen, uns mit den Nachbarn abzusprechen und ein geeignetes Modell zu finden.

Förderung beantragen

Am Tag vor dem offiziellen Start des Förderprogramms stolperte ich über folgenden Hinweis von nextmove:

Dankbar für diese Information habe ich den Antrag direkt gestellt. Das war gerade noch rechtzeitig, denn im weiteren Verlauf des Tages war das KfW-Zuschussportal teilweise gar nicht mehr erreichbar.

Wenn sie funktioniert, ist die Beantragung der Förderung sehr einfach:

  1. Im KfW-Zuschussportal registrieren und anmelden
  2. Förderung auswählen (Ladestationen für Elektroautos)
  3. Angaben zur Person und zum Gebäude machen
  4. Anzahl der geplanten Ladepunkte angeben
  5. Antrag einreichen

Die Eingang des Antrags wurde mir unmittelbar nach der Einreichung bestätigt. Die Förderung ist damit zugesagt – sofern ich alle Vereinbarungen einhalte – und wird nach dem Abschluss des Projekts ausgezahlt. Für die Durchführung des Projekts und die Einreichung aller Nachweise habe ich ab der Bestätigung neun Monate Zeit.

Für etwa 222.000 Ladepunkte ist die Förderung ausgelegt.

Ladestation bestellen

Die Liste der förderfähigen Ladestationen ist lang. Einige habe ich mir genauer angeschaut. In die engere Auswahl haben es folgende Modelle geschafft:

  1. Easee Home (ca. 830 Euro)
  2. Wallbox Pulsar Plus 11 kW (ca. 820 Euro)
  3. go-eCharger Homefix 11 kW (ca. 650 Euro)

Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten an unserem Stellplatz (Befestigungsmöglichkeit an einer nur 40 cm hohen Mauer) sollte die Ladestation möglichst klein sein. Dieses Kriterium erfüllen alle drei Modelle.

Ein integriertes Kabel ist zwar praktisch, aber aus meiner Sicht ungeeignet, wenn in der Nähe des Ladeplatzes sehr oft (fremde) Kinder spielen. Damit war die Pulsar Plus aus dem Rennen.

Der go-eCharger Homefix hat am Ende gewonnen und ist auch heute schon bestellt worden. Und zwar nicht nur wegen seines unschlagbaren Preises. Die Ausrichtung des Kabeleingangs an der Ladestation war entscheiden. Das Ladekabel wird hier nämlich frontal von vorne eingesteckt und nicht von schräg unten (Easee Home). Hängt die Ladestation an einer Hauswand in entsprechender Höhe, ist der Kabeleingang nebensächlich. Aber weil die Anbringung in unserem Fall nur in Bodennähe möglich ist, passt der go-eCharger einfach besser.

Elektriker beauftragen

Eine Fachfirma habe ich schon gefunden. Aber bevor die mit der Installation beauftragt werden kann, muss der go-eCharger geliefert sein. Und das könnte noch einige Zeit dauern und die weitere Durchführung verzögern. Der Händler hat bereits am Sonntag darauf hingewiesen, dass der bestehende Lagerbestand bereits in kurzer Zeit reserviert war und dass es aufgrund der Pandemie zu Materialengpässen bei der Herstellung kommt.

Die Nachfrage nach dem go-eCharger und auch das Interesse an der Förderung ingesamt (überlastetes Zuschussportal am ersten Tag) scheint groß zu sein. Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis der Fördertopf aufgebraucht ist.


Anmerkung: Für diese Darstellung erhalte ich keine finanziellen Gegenleistung. Nicht von Tesla und auch nicht von einem Anbieter für Ladestationen. Den go-eCharger habe ich vollständig selbst bezahlt. Wie gut oder schlecht das Modell am Ende ist? Darüber werde ich im dritten Teil dieser Blogserie schreiben.

Der Weg zur eigenen Ladestation (Teil 1)

Warum es sich jetzt besonders lohnt über einen eigenen Ladepunkt nachzudenken

Im letzten Erfahrungsbericht ging es um unsere Alltagserfahrungen mit dem Elektroauto ohne eigene Lademöglichkeit. Kurz zusammengefasst: Es funktioniert, ist aber immer mit einem gewissen Planungsaufwand verbunden. Noch ist das keine Herausforderung für uns. Aber mit steigenden Zulassungszahlen werden auch immer mehr Elektrofahrzeuge auf öffentliche Ladepunkte angewiesen sein. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis die von uns oft besuchten, vier öffentlichen Ladepunkte (Stand: November 2020) in unserer 12.000-Einwohner-Stadt nicht mehr ausreichen. Das öffentliche Ladenetz soll stark ausgebaut werden und wahrscheinlich werden auch hier in der Region noch weitere Ladepunkt die Infrastruktur verbessern. Aber ein Grund sich JETZT unabhängig zu machen und einen eigenen Ladepunkt zu installieren, ist das neue Förderprogramm der KfW.

Die Vorteile einer eigenen Ladestation

  • Der Ladepunkt ist jederzeit verfügbar und direkt vor der Haustür,
  • die Kosten sind konstant und können mit einem Tag/Nacht Strom-Tarif noch optimiert werden,
  • keine Abhängigkeit vom öffentlichen Ladeangebot mehr,
  • die Vorklimatisierung des Autos ist mit Strom aus dem Netz möglich,
  • Ladezeiten lassen sich besser planen (Laden über Nacht bis kurz vor geplanter Abfahrt)

Einzig die nicht unerheblichen Kosten, die bis zur einsatzbereiten Wallbox anfallen, waren für uns bisher ein Grund dagegen. Das ändert sich mit der neuen Förderung.

900 Euro für die eigene Ladestation

Die KfW fördert ab dem 24.11.2020 mit einem Zuschuss von 900 Euro pro Ladepunkt den Ausbau der privaten Ladeinfrastruktur. Gefördert werden die Anschaffung der Ladestation (Wallbox) und die Installation durch einen Fachbetrieb an Stellplätzen und in Garagen von bestehenden Wohngebäuden. Die Gesamtkosten müssen mindestens 900 Euro betragen. Das ist wichtig zu erwähnen, denn förderfähige Wallboxen gibt es bereits ab etwa 700 Euro.

Das ist zu beachten

Die KfW hat eine Liste aller förderfähigen Wallboxen veröffentlicht. Die Liste wird fortlaufend ergänzt.

Es werden nur intelligent steuerbare Modelle mit einer Leistung von maximal 11 kW gefördert (d.h. Modelle, die mit anderen Komponenten des Strom­netzes kommunizieren können, um z.B. die Lade­leistung zu begrenzen oder zeit­lich zu verschieben).

Gemäß der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) muss ein solcher Ladepunkt beim zuständigen Netzbetreiber angemeldet werden. Eine Genehmigungspflicht besteht erst ab einer Leistung von 11 kW.

Sinnvollerweise werden auch nur Ladepunkte gefördert, die ausschließlich Strom aus erneuer­baren Energien beziehen.

Den Antrag zur Förderung kann man ab dem 24.11.2020 online stellen. Erst nach erfolgter Identitätsprüfung durch die KfW darf die förderfähige Wallbox bestellt und ein Fachbetrieb mit der Installation beauftragt werden. Wenn der Ladepunkt installiert ist, kann im KfW-Zuschuss­portal die Durch­führung des Vorhabens bestätigt werden. Dann wird die Förderung ausgezahlt. Ein eigenes Elektroautos ist übrigens keine Voraussetzung für die Förderung.

Wir werden dieses Förderprogramm nutzen und einen Ladepunkt an unserem Stellplatz installieren.

Die Umsetzung des Projekts werde ich hier dokumentieren.