Wispertaunussteig (FKT)

Nach unserem gemeinsamen Erfolg auf dem Rheingauer Klostersteig und vom FKT-Fieber gepackt, war das nächste lange Abenteuer mit Markus schnell ausgemacht – der Wispertaunussteig. Wir einigten uns auf den letzten Samstag im Juli und hofften auf nicht zu heiße Temperaturen.

Ein Trail-Marathon für die Sinne

44 Kilometer, 1.230 m ↑, 1.695 m ↓

Die Strecke führt von Kemel, der höchstgelegenen Ortschaft im westlichen Taunus, bis nach Lorch am Rhein.

Besonders weil ich noch vor drei Wochen einsam auf dem Wasserkuppenrundweg unterwegs war und auch die meisten Trainingsläufe alleine absolviere, kam es mir gerade recht, dass sich unser Vereinskollege Robert dem Vorhaben anschloss und uns durch das Wispertal begleitete.

Markus hat die Höhepunkte der Strecke sehr treffend in seinem Blogpost zu diesem Abenteuer zusammengefasst. Ich konzentriere mich deshalb hier auf meine Ausrüstung und die Verpflegung.

Wie immer vor einem langen Lauf, stellte ich mir zwei wichtige Fragen:

Was esse und wie viel trinke ich unterwegs?

Wie transportiere ich das?

In der Vergangenheit habe ich bei langen Trainingsläufen und auch im Marathon sehr gute Erfahrungen mit Clifbloks und Clifshots* gemacht. Mit ausreichend Flüssigkeit sollte so auch auf dem Wispertaunussteig meine Versorgung bis ins Ziel gewährleistet sein.

Bisher packte ich meine Verpflegung zusammen mit dem Autoschlüssel, dem Handy und etwas Bargeld immer in meine Laufweste. Bis vor wenigen Wochen dachte ich, es gebe hierzu keine Alternative. Aber dann entdeckte ich die T8 Sherpa Laufshorts. Sporthunger hat sie mir dankenswerterweise in Kombination mit der T8 Commandos Unterhose für diese und zukünftige Herausforderungen zum Testen zur Verfügung gestellt.

Mein erster Eindruck ist sehr positiv. Die T8 Sherpa Laufshorts ist eine Kombination aus einer leichten Sporthose und einem Laufgürtel. Am Bund der Hose sind vier Taschen integriert, in denen man besonders die Verpflegung für so ein Abenteuer gut verstauen kann.

Damit die Energiespeicher am Morgen eines Wettkampfs ausreichend gefüllt sind, esse ich am Abend zuvor etwas mehr, als üblich. Am Abend vor dem Wispertaunussteig gab es eine große Gemüsepfanne mit Erdnusstofu und Nudeln.

Mit dieser Ernährungsstrategie reicht mir am Wettkampfmorgen eine kleine Portion Haferflocken mit Hafermilch, Obst und ein paar Nüssen oder auch – wie in diesem Fall – nur eine Clifbar mit einer Tasse Kaffee, um gesättigt am Start zu stehen.

44 Kilometer ohne Laufweste

Aufgrund der logistischen Herausforderung einer Punkt-zu-Punkt-Strecke erreichten wir den Startpunkt in Kemel erst um kurz nach 9 Uhr. Gegen das leichte Magenknurren – das kleine Frühstück war inzwischen drei Stunden her – aß ich noch vor dem Start den ersten Clifshot und war bereit. Um 09:11 Uhr ging es los.

Alles für unterwegs hatte ich in meiner Hose verstaut und die Laufweste gar nicht mitgenommen. Vorne eine Softflask mit Wasser (450ml), rechts eine kleine Softflask mit Wasser (150ml), links das Handy, die Schlüsselkarte des Autos und etwas Bargeld und hinten zwei Clifshots und ein Päckchen Clifbloks.

Die große Softflask schwappte aufgrund ihres Startgewichts auf den ersten Kilometern hoch und runter. Nachdem ich die Hose fester gebunden und etwas Wasser getrunken hatte, wurde es besser. Das elastische Material der Hose sorgt dafür, dass nichts verrutscht oder herausfällt und alles eng am Körper anliegt. Die kleinere Softflask an der Seite spürte ich schnell gar nicht mehr. Perfekt!

Je mehr Kilometer verstrichen, desto mehr freute ich mich über das freie Laufgefühl und die fehlende Weste an meinem Oberkörper. Die meiste Zeit rannten wir durch schattige Wälder, abwechselnd über schmale Trails und breite Forstwege. War einer der fünf Gipfel erreicht, belohnte ich mich mit einem Cilfblok und etwas Wasser.

Lange Zeit ging es uns sehr gut. Sicher lag das am moderaten Start. So hatten wir es auf den ersten Kilometern nicht übertrieben und noch nette Unterhaltungen geführt. Wir folgten dem Streckenverlauf über kurvige Pfade, bergauf und bergab, vorbei an moosbewachsenen Felsen. Markus entdeckte sogar beim Sprung über eine Wurzel einen Geocache. Zum Ausfüllen des Logbuchs fehlte uns leider die Zeit.

Aber je weiter wir kamen, desto anstrengender und auch schwüler wurde es. Und das Wasser wurde knapp. Nach der gefühlt anstrengendsten Bergabpassage nach Sauerthal bei Kilometer 35 war meine Beinmuskulatur derart mitgenommen, dass ich erleichtert beobachtete, wie Markus und Robert auch in den schnellen Wanderschritt wechselten, als es nach dem Ortsausgang hinauf zum letzten Gipfel ging. Aber Markus kam wenige Kurven später nicht mehr aus dem Wanderschritt heraus. Sein Akku war leer. Da half auch kein Clifshot mehr.

„Der letzte Anstieg zur Hochebene mit atemberaubendem Blick über das Rheintal im Naturschutzgebiet Nollig zog mir dann aber den Stecker: ich konnte einfach nicht mehr. Die letzten acht Kilometer würden sehr lang werden. Ich schlug Johannes und Robert vor, zu zweit durchzuziehen, was beide aber ablehnten“.

Markus

Gemeinsam erreichten wir nach 4 Stunden 13 Minuten und 14 Sekunden das Ziel am Parkplatz in Lorch. Langsamer, als geplant, aber noch immer schnell genug für eine neue fastest known time!

Fazit

Der Tragekomfort der T8 Sherpa Laufshorts ist auch nach über vier Stunden noch sehr gut. Nichts scheuert und nichts zwickt. Ich werde zukünftig links und rechts an der Hüfte jeweils eine kleine Softflask verstauen und für Läufe, bei denen ich mehr als 500ml Wasser benötige, zusätzlich zur Trinkblase in der Laufweste greifen.


Zusammenfassung

25.07.2020, 09:11 Uhr
FKT Wispertaunussteig
Wetter: 16°C, sonnig (zunehmend wärmer und schwüler)
Distanz: 44 Kilometer
Zeit: 04:13:14 Stunden
Verpflegung: eine Ladung CLIF BLOKS und zwei CLIF SHOTS
Schuhe: HOKA ONE ONE Speedgoat 4 / Fotos: Robert und ich

*Anzeige: CLIF hat mir für dieses und noch weitere Vorhaben ein Care Paket zum Testen zur Verfügung gestellt. Das hat keinen Einfluss auf meine Darstellungen. Außer der Energie erhalte ich dafür keine Gegenleistung.

Ritterschlag auf dem Rheingauer Klostersteig (FKT)

Sonntag, 05:45 Uhr. Der Wecker klingelt. Ich stehe auf, gehe in die Küche und trinke ein Glas Wasser. Auf dem Tisch liegt eine Clif Bar – mein erstes Frühstück. Mehr brauche ich heute Morgen erstmal nicht. Heute ist steht ein Rennen im Kalender.

Noch 90 Minuten bis zum Start

Gemeinsam mit Markus will ich meine alte „fastest known time“ (FKT) auf dem Rheingauer Klostersteig verbessern. Vor zwei Wochen habe ich für die 29,2 Kilometer lange Strecke 2:28 h gebraucht. Heute wollen wir das in 2:20 h schaffen. Ob es uns gemeinsam gelingen wird über 8 Minuten schneller zu sein? Fast 900 Höhenmeter müssen überwunden werden.

Wir trinken eine Tasse Kaffee und überprüfen ein letztes Mal, ob zwischenzeitlich eine neue FKT für den Rheingauer Klostersteig eingereicht wurde – das ist nicht der Fall. Alles bleibt so, wie geplant.

Noch 45 Minuten bis zum Start

Meine Vorfreude steigt. Zähne putzen und ein letzter Schluck Wasser. Anschließend schlüpfen wir in unsere gepackten Laufwesten – Vorbereitung ist alles – und fahren zum Start. Wir hätten auch zum Start laufen können, aber dann wäre der Lauf mindestens ein Marathon geworden und damit hätte sich der Fokus von einer schnellen Zeit auf dem Rheingauer Klostersteig verschoben.

Noch 20 Minuten bis zum Start

Wir erreichen den Parkplatz am Kloster Eberbach. So früh am Sonntagmorgen ist es hier noch vollkommen ruhig. Keine Menschen, kaum parkende Autos.

Auch das Wetter hätte an einem Sonntag im Juni nicht besser sein können. Bewölkter Himmel, etwa 18°C und Wind aus nordwestlicher Richtung. Der Boden ist noch etwas nass vom Regen der letzten Nacht. Kühle, frische Luft weht uns aus dem Wald entgegen.

Wir gehen zur Infotafel an den Startpunkt, starten die GPS Suche und sind wenige Sekunden später bereit. Um 07:26 Uhr drücken wir den Startknopf unserer GPS Uhr. Es geht los!

Die Wand am Kloster

Der Name des nur etwa 100 Meter langen Segments kurz nach dem Start ist Programm. Mit einer Steigung von 19,6 % geht es auf einem kleinen Trail bergauf. Wer die Distanz in weniger als 1:25 Minuten zurücklegt, holt sich die Krone. Wir sind einige Sekunden langsamer. Einzelne Strava-Segmente stehen heute nicht im Vordergrund.

Mein Segment endet heute in Aulhausen.

Markus, kurz vor dem Start.

Hinauf zur Hallgarter Zange

Nach vier Kilometern erreichen wir über teils schmale und steinige Trails den höchsten Punkt der gesamten Strecke – die Hallgarter Zange. Einige Stürme haben dem Wald dort oben in den letzten Monaten sehr zugesetzt. Wir haben Glück und müssen heute nicht über einen umgestürzten Baum klettern (wie ich bei meinem ersten Versuch vor einigen Wochen auf dem folgenden Foto).

Wir laufen locker weiter. Ich trinke einen kleinen Schluck Wasser und esse den ersten Clifblok. Viel Zeit zum Erholen bleibt aber nicht. Wir wollen schließlich unser Zeitziel erreichen.

Auf einem schmalen Trail, über kleine Wurzeln und große Steine lassen wir voll konzentriert die Hallgarter Zange hinter uns und rennen mit hohem Tempo bergab.

Es folgt ein flotter Kilometer auf einem Forstweg, da führt uns der Streckenverlauf schon auf den nächsten Trail. Noch schneller rennen wir hier über zwei Kilometer hinunter zu den Pfingstbachwiesen. Gerade an die Geschwindigkeit gewöhnt, bremst uns nach neun Kilometern der nächste knackige Anstieg aus. Es folgt ein letzter, schöner kurzer Trail, bevor wir nach etwa elf Kilometern nördlich von Oestrich-Winkel den Wald verlassen.

Panoramablick auf dem Weg nach Johannisberg

Auf den nächsten Kilometern sind wir größtenteils ungeschützt der Sonne ausgesetzt – nur nicht heute. Der Himmel ist noch immer bewölkt, die Temperatur, nicht wie auf dem vier Wochen alten Foto, angenehm kühl.

Vorbei am Schloss Johannisberg und durch den gleichnamigen Ort folgen wir dem Elsterbach zum Kloster Marienthal. Dort erwartet uns der Ketteler Steig. 100 Meter und eine Steigung von 21,4 %. Wir reduzieren unser Tempo und gehen auch ein paar Meter. Oben angekommen lässt sich so das Tempo wieder schnell erhöhen. Genau die richtige Strategie. Auf den nächsten fünf Kilometern, vorbei am Kloster Nothgottes, bauen wir unseren Vorsprung auf meine alte Bestzeit deutlich aus.

Der letzte harte Anstieg

So lassen wir auch die Abtei St. Hildegard viel früher hinter uns, als ich erwartet hätte. Noch vor der 2-Stunden-Grenze haben wir den letzten harten Anstieg geschafft. Für die letzten vier Kilometer verbleiben 18 Minuten, um das Ziel in 2:20 h zu erreichen.

Mit Vollgas auf dem letzten Trail bergab ins Ziel

Wir rennen in einem großen Bogen um den Ebentaler Ponyhof, queren die L3454 (hier nicht die versteckte Einfahrt verpassen!) und verlassen die Straße zum letzten, schmalen Klostersteigtrail nach Aulhausen. Wir haben Glück und werden hier nicht von entgegenkommenden Wanderern ausgebremst. Nur der schlammige Untergrund kostet uns wenige Sekunden, hindert uns aber nicht daran, den letzten Kilometer in 3:30 Minuten zu rennen.

Um 09:44 Uhr, nach 2:18:09 h, stoppen wir unserer Uhren.

Geschafft.

Gemeinsam waren wir stark.


Zusammenfassung

14.06.2020, 07:26 Uhr
FKT Rheingauer Klostersteig, (Nr. 3)
Wetter: 18°C, bewölkt, windig
Distanz: ca. 29,2 Kilometer
Zeit: 2:18:09 Stunden
Verpflegung: CLIF BLOKS Margarita Citrus
Schuhe: HOKA ONE ONE Clifton 6

Anzeige: CLIF hat mir für dieses und noch weitere Vorhaben ein Care Paket zum Testen zur Verfügung gestellt. Das hat keinen Einfluss auf meine Darstellungen. Außer der Energie erhalte ich dafür keine Gegenleistung.

Fastest Known Time – Der Rheingauer Klostersteig

Wenn keine Wettkämpfe mehr stattfinden und lange geplante Ziele verschoben werden müssen, sucht man nach alternativen Herausforderungen. Wahrscheinlich erweckt fastestknowntime.com aus genau diesen Gründen gerade das Interesse so vieler Menschen.

Worum es geht?

The best routes: what are they, who did them, and how fast?

fastestknowntime.com

Jeder kann auf FKT eine besonders schöne Strecke einreichen. Man findet dort bereits weltberühmte Routen wie den Appalachian Trail, aber auch lokale Herausforderungen wie den Rheingauer Gebückwanderweg oder den Niddaradweg.

Jeder Läufer entscheidet selbst, wann und wie (supported, self-supported, unsupported) die Strecke bewältigt wird. Am Ende verifiziert FKT mit Hilfe der GPS-Aufzeichnung, ob die gelaufene Strecke mit der hinterlegten Route übereinstimmt.

Der Rheingauer Klostersteig – jetzt auch auf fastestknowntime.com

Wirklich sehr gut ausgeschildert führt der Rheingauer Klostersteig über 30 Kilometer vom Kloster Eberbach über verschiedene Ruhepunkte an den Klöstern Johannisberg, Marienthal, Nothgottes und Abtei St. Hildegard vorbei bis zur Marien Kirche nach Rüdesheim-Aulhausen.

Man läuft die meiste Zeit ungestört durch die wunderschöne Landschaft des Rheingaus, durch Wald und Tal, über schmale Trails und grüne Wiesen.

Gerade weil es bei FKT um die schnellste Zeit geht, lohnt es sich, die Strecke mindestens zwei Mal zu laufen – einmal mit und einmal ohne den Blick auf die Uhr. 😉

Die Fakten

Länge: 29,5 km

Startpunkt: Kloster Eberbach bei Eltville

Ziel: Marienkirche Rüdesheim-Aulhausen

Gesamtaufstieg: 814 Höhenmeter (aufaddiert)

Höchster Punkt: Hallgartener Zange (580 m)

Tiefster Punkt: Brücke über den Elsterbach, Johannisberg (133 m)

Höhenprofil der Strecke

Noch Fragen?

Meine Ergebnisse

24.05.20202:37:38 h
30.05.20202:28:56 h
14.06.20202:18:09 h