Saisonrückblick 2020

2019 war das beste Laufjahr meines Lebens. Die Formkurve stieg und ich verbesserte mich auf allen Distanzen. Es lief sehr gut, schon fast zu gut. Für 2020 hatte ich mir viel vorgenommen. Aber dann kam alles anders.

Im Februar rannte ich meine letzten Wettkämpfe. Bei der Schlammschlacht in Jügesheim verbesserte ich meine Bestzeit über 10 KM (35:50min) und gewann wenige Wochen Später die Langstrecke des Crosslaufs im Rheingau-Stadion.

Anfang März rätselte ich noch mit Katrin und Daniel im Interview für den beVegt-Podcast, ob der Frankfurter Halbmarathon stattfinden würde. Er fand statt – als eine der letzten großen Laufveranstaltungen des Jahres.

Das Coronavirus breitete sich zu diesem Zeitpunkt über Deutschland und Europa aus. Wettkämpfe wurden zwei Wochen nach unserem Gespräch abgesagt und Sportstätten geschlossen.

In den folgenden Wochen etablierten sich virtuelle Wettkämpfe. Im Rahmen der Anti-Corona-Running-League rannte ich am Rheinufer meine bisher schnellsten zehn Kilometer.

Die Form halten, weiter trainieren und gesund bleiben. Das waren die Grundsätze, nach denen ich meine Trainingswochen im April ausrichtete. Vielleicht würde es im Herbst wieder Wettkämpfe geben. Den Marathon in Amsterdam im Oktober hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschrieben.

Für mehr Abwechslung im Training und auch als Ersatz für unseren Smart, kaufte ich im Mai ein Rennrad. Damals wusste ich noch nicht, wie dankbar ich im weiteren Verlauf des Jahres über diese Entscheidung sein würde.

Im Juni steckte mich Markus mit dem FKT-Fieber an.

The best routes: what are they, who did them, and how fast?

Der Rheingauer Klostersteig war – als regionales Highlight – eine sehr schöne erste „Grenzerfahrung“. Unsere Zeit (2h 18min) wurde bereits nach sechs Tagen um nur 35s unterboten. Dieser Rekord von Matthias Krah führt bis heute die Bestenliste an.

Der Rheingau hat so viel zu bieten, besonders im Bereich Trail Running. Das wurde mir in dieser Zeit besonders bewusst.

Spontan nutzte ich einen Familienbesuch in der alten Heimat am ersten Wochenende im Juli für eine neue FKT auf dem Wasserkuppenrundweg.

Und wenige Wochen später rannten Robert, Markus und ich den Wispertaunussteig. Das sollte die letzte läuferische Herausforderung des Jahres für mich werden. Natürlich wusste ich das zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Im August verbrachten wir zwei Wochen mit der Familie in einem Ferienhaus an der einsamen Westküste der Normandie.

(Das ist leider nicht unser Ferienhaus, sondern eine einsame Ruine am Cap de Carteret)

Am Tag vor der Fahrt in den Urlaub war meine Motivation zu Laufen praktisch nicht vorhanden. Es war heiß, schon sehr früh am Morgen. Und ich mag diese Hitze einfach nicht.

Es würde in diesem Jahr keine Wettkämpfe mehr geben. Keine neuen Bestzeiten, keinen Marathon in Amsterdam.

Ich hatte meine läuferischen Ziele verloren und dabei vergessen, dass es nicht immer nur um neue Bestzeiten geht.

Ein harter langer Lauf stand an diesem letzten Tag vor dem Urlaub auf dem Trainingsplan (30km incl. 10 x 1km). Ich weiß noch, dass ich mich bereits während des Einlaufens schwer und unmotiviert fühlte. Die Leichtigkeit, mit der ich noch vor wenigen Wochen über hügelige Trails gelaufen bin, war verschwunden.

„Stell dir vor du wärst verletzt, dann gäbe es nichts besseres als laufen zu können.“

Das schrieb mir Markus während ich nach wenigen Kilometern auf einer Bank am Rheinufer eine Pause machte, auf das Wasser blickte und darüber nachdachte umzukehren und nach Hause zu laufen. Und er hatte ja recht. Also raffte ich mich auf und lief.

Während einer der letzten schnellen Abschnitte spürte ich zum ersten Mal einen leichten Schmerz im rechten Fuß. Ich kannte dieses Gefühl nicht. Bis nach Hause war es nicht mehr weit. Deshalb blendete ich es aus und rannte weiter. Zuhause war ich glücklich, nicht aufgegeben zu haben.

Im Urlaub spürte ich wenige Tage später beim nächsten Lauf diesen Schmerz im rechten Fuß erneut. Ein unangenehmes Stechen an der Fußsohle.

Ich dachte über eine Laufpause nach, fand aber zu viele Gründe, nicht nicht zu laufen. Die Gewohnheit, neue Segmente am Urlaubsort, das wöchentliche Entfernungsziel, der Trainingsplan…

Ich reduzierte den Trainingsumfang, zog Ruhetage vor und rannte bevorzugt auf weichem Untergrund. Und die Schmerzen wurden etwas besser.

Deshalb startete ich nach diesen zwei Entlastungswochen wieder voll durch. Schließlich fühlte sich ja alles wieder besser an.

„Es ist leider die Ignoranz, das Training nicht sofort beim ersten Schmerz zu stoppen. (…) Wenn es an einer Sehne weh tut, ist das kein Muskelkater, dann muss man aufhören. Innerhalb einer drittel Einheit kann es zu einer Verletzung kommen, die einem 2-3 Wochen Laufverbot beschert. Und wenn man dann noch weitere Einheiten trainiert, kann es sein, dass man 3-4 Monate nicht trainieren darf.“

(Dr. Paul Schmidt-Hellinger im ACHILLES RUNNING Podcast)

Diese Folge habe ich leider erst vor wenigen Wochen gehört. Danke trotzdem Paul! In wenigen Sätzen hast du meine Fehler auf den Punkt gebracht. Ich habe den Schmerz gespürt. Ich wusste, dass da etwas nicht stimmt. Aber ich habe es nicht ernst genommen.

So richtig zerstörte mich in der zweiten Woche nach dem Urlaub (ich war überzeugt, der reduzierte Umfang hätte ausgereicht, um mich wieder auf Kurs zu bringen) ein Intervalltraining auf der Bahn. Nach der sechsten Wiederholungen konnte ich keine Kurve mehr ohne starke Schmerzen laufen. Also brach ich die Trainingseinheit ab.

Endlich, leider aber viel zu spät.

Verletzungspause

Klarheit über meinen Zustand brachte eine MRT Untersuchung im September.

„partiell rupturierte Plantarfasziitis“

Meine Sehnenplatte ist entzündet und kleine Risse sind erkennbar. Die Verletzung ist nicht schwer und muss nicht operiert werden. Im Alltag habe ich keine Probleme. Heilung durch Schonung ist die Devise. Aber anstatt zwei Wochen pausiere ich inzwischen seit über zwei Monaten.

Die Einrisse verdanke ich den Einheiten, die ich nach Auftreten des ersten Schmerzes noch durchgezogen habe.


Katrin und Daniel haben auf ihrem Blog (beVegt.de) alle wichtigen Informationen zur Plantarfasziitis gut zusammengefasst. Leseempfehlung!


Mein letzter Lauf in diesem Jahr war am 20. September. Es wird der letzte bleiben. Ich werde erst wieder laufen, wenn wirklich alles verheilt ist.

Zu Gunsten des Trainingsplans habe ich die eindeutigen Signale viel zu lange ignoriert und verharmlost. Dass ich mit diesem Verhalten alles nur viel schlimmer gemacht habe, ist mir zu spät bewusst geworden.

Keine neue Bestzeit, keine neue FKT und kein neuer CR auf Strava.

In diesem außergewöhnlichen Jahr habe ich gelernt, dass es weniger auf neue Bestzeiten, FKT‘s und CR‘s auf Strava ankommt. Es ist ein großes Privileg unbeschwert und schmerzfrei laufen zu können. Und es ist alles andere, als selbstverständlich.

Jetzt gerade während meiner Zwangspause fehlt mir nicht der Blick in die Bestenlisten, sondern das Gefühl, das ich in den letzten Jahren immer wieder bei Temperaturen um den Gefrierpunkt im Rheingaugebirge auf einsamen, kleinen Trails hatte.

Wenn ich mit dem Rennrad ins Wispertal fahre und den Abzweig zum Hofgut Mappen passiere, erinnere ich mich an die schönen Läufe, an die Ruhe und die Abgeschiedenheit dort oben.

Ich liebe es, besonders in dieser kalten und grauen Zeit, draußen zu sein und zu laufen.

Ausblick

Durch diese wichtige Erfahrung werde ich gestärkt und zuversichtlich, die Verletzung bald hinter mir zu lassen, in das neue Jahr starten.

Die Formkurve hat dank einiger schöner, langer Ausfahrten mit dem Rennrad auch nicht zu sehr gelitten.

Wispertaunussteig (FKT)

Nach unserem gemeinsamen Erfolg auf dem Rheingauer Klostersteig und vom FKT-Fieber gepackt, war das nächste lange Abenteuer mit Markus schnell ausgemacht – der Wispertaunussteig. Wir einigten uns auf den letzten Samstag im Juli und hofften auf nicht zu heiße Temperaturen.

Ein Trail-Marathon für die Sinne

44 Kilometer, 1.230 m ↑, 1.695 m ↓

Die Strecke führt von Kemel, der höchstgelegenen Ortschaft im westlichen Taunus, bis nach Lorch am Rhein.

Besonders weil ich noch vor drei Wochen einsam auf dem Wasserkuppenrundweg unterwegs war und auch die meisten Trainingsläufe alleine absolviere, kam es mir gerade recht, dass sich unser Vereinskollege Robert dem Vorhaben anschloss und uns durch das Wispertal begleitete.

Markus hat die Höhepunkte der Strecke sehr treffend in seinem Blogpost zu diesem Abenteuer zusammengefasst. Ich konzentriere mich deshalb hier auf meine Ausrüstung und die Verpflegung.

Wie immer vor einem langen Lauf, stellte ich mir zwei wichtige Fragen:

Was esse und wie viel trinke ich unterwegs?

Wie transportiere ich das?

In der Vergangenheit habe ich bei langen Trainingsläufen und auch im Marathon sehr gute Erfahrungen mit Clifbloks und Clifshots* gemacht. Mit ausreichend Flüssigkeit sollte so auch auf dem Wispertaunussteig meine Versorgung bis ins Ziel gewährleistet sein.

Bisher packte ich meine Verpflegung zusammen mit dem Autoschlüssel, dem Handy und etwas Bargeld immer in meine Laufweste. Bis vor wenigen Wochen dachte ich, es gebe hierzu keine Alternative. Aber dann entdeckte ich die T8 Sherpa Laufshorts. Sporthunger hat sie mir dankenswerterweise in Kombination mit der T8 Commandos Unterhose für diese und zukünftige Herausforderungen zum Testen zur Verfügung gestellt.

Mein erster Eindruck ist sehr positiv. Die T8 Sherpa Laufshorts ist eine Kombination aus einer leichten Sporthose und einem Laufgürtel. Am Bund der Hose sind vier Taschen integriert, in denen man besonders die Verpflegung für so ein Abenteuer gut verstauen kann.

Damit die Energiespeicher am Morgen eines Wettkampfs ausreichend gefüllt sind, esse ich am Abend zuvor etwas mehr, als üblich. Am Abend vor dem Wispertaunussteig gab es eine große Gemüsepfanne mit Erdnusstofu und Nudeln.

Mit dieser Ernährungsstrategie reicht mir am Wettkampfmorgen eine kleine Portion Haferflocken mit Hafermilch, Obst und ein paar Nüssen oder auch – wie in diesem Fall – nur eine Clifbar mit einer Tasse Kaffee, um gesättigt am Start zu stehen.

44 Kilometer ohne Laufweste

Aufgrund der logistischen Herausforderung einer Punkt-zu-Punkt-Strecke erreichten wir den Startpunkt in Kemel erst um kurz nach 9 Uhr. Gegen das leichte Magenknurren – das kleine Frühstück war inzwischen drei Stunden her – aß ich noch vor dem Start den ersten Clifshot und war bereit. Um 09:11 Uhr ging es los.

Alles für unterwegs hatte ich in meiner Hose verstaut und die Laufweste gar nicht mitgenommen. Vorne eine Softflask mit Wasser (450ml), rechts eine kleine Softflask mit Wasser (150ml), links das Handy, die Schlüsselkarte des Autos und etwas Bargeld und hinten zwei Clifshots und ein Päckchen Clifbloks.

Die große Softflask schwappte aufgrund ihres Startgewichts auf den ersten Kilometern hoch und runter. Nachdem ich die Hose fester gebunden und etwas Wasser getrunken hatte, wurde es besser. Das elastische Material der Hose sorgt dafür, dass nichts verrutscht oder herausfällt und alles eng am Körper anliegt. Die kleinere Softflask an der Seite spürte ich schnell gar nicht mehr. Perfekt!

Je mehr Kilometer verstrichen, desto mehr freute ich mich über das freie Laufgefühl und die fehlende Weste an meinem Oberkörper. Die meiste Zeit rannten wir durch schattige Wälder, abwechselnd über schmale Trails und breite Forstwege. War einer der fünf Gipfel erreicht, belohnte ich mich mit einem Cilfblok und etwas Wasser.

Lange Zeit ging es uns sehr gut. Sicher lag das am moderaten Start. So hatten wir es auf den ersten Kilometern nicht übertrieben und noch nette Unterhaltungen geführt. Wir folgten dem Streckenverlauf über kurvige Pfade, bergauf und bergab, vorbei an moosbewachsenen Felsen. Markus entdeckte sogar beim Sprung über eine Wurzel einen Geocache. Zum Ausfüllen des Logbuchs fehlte uns leider die Zeit.

Aber je weiter wir kamen, desto anstrengender und auch schwüler wurde es. Und das Wasser wurde knapp. Nach der gefühlt anstrengendsten Bergabpassage nach Sauerthal bei Kilometer 35 war meine Beinmuskulatur derart mitgenommen, dass ich erleichtert beobachtete, wie Markus und Robert auch in den schnellen Wanderschritt wechselten, als es nach dem Ortsausgang hinauf zum letzten Gipfel ging. Aber Markus kam wenige Kurven später nicht mehr aus dem Wanderschritt heraus. Sein Akku war leer. Da half auch kein Clifshot mehr.

„Der letzte Anstieg zur Hochebene mit atemberaubendem Blick über das Rheintal im Naturschutzgebiet Nollig zog mir dann aber den Stecker: ich konnte einfach nicht mehr. Die letzten acht Kilometer würden sehr lang werden. Ich schlug Johannes und Robert vor, zu zweit durchzuziehen, was beide aber ablehnten“.

Markus

Gemeinsam erreichten wir nach 4 Stunden 13 Minuten und 14 Sekunden das Ziel am Parkplatz in Lorch. Langsamer, als geplant, aber noch immer schnell genug für eine neue fastest known time!

Fazit

Der Tragekomfort der T8 Sherpa Laufshorts ist auch nach über vier Stunden noch sehr gut. Nichts scheuert und nichts zwickt. Ich werde zukünftig links und rechts an der Hüfte jeweils eine kleine Softflask verstauen und für Läufe, bei denen ich mehr als 500ml Wasser benötige, zusätzlich zur Trinkblase in der Laufweste greifen.


Zusammenfassung

25.07.2020, 09:11 Uhr
FKT Wispertaunussteig
Wetter: 16°C, sonnig (zunehmend wärmer und schwüler)
Distanz: 44 Kilometer
Zeit: 04:13:14 Stunden
Verpflegung: eine Ladung CLIF BLOKS und zwei CLIF SHOTS
Schuhe: HOKA ONE ONE Speedgoat 4 / Fotos: Robert und ich

*Anzeige: CLIF hat mir für dieses und noch weitere Vorhaben ein Care Paket zum Testen zur Verfügung gestellt. Das hat keinen Einfluss auf meine Darstellungen. Außer der Energie erhalte ich dafür keine Gegenleistung.

LAUFSAISON 2020 – MEINE ZIELE

Wie in vielen Bereichen unseres Lebens, geht es auch beim Laufen darum, sich über eine lange Zeit zu motivieren, Rückschläge zu akzeptieren und neue Herausforderungen zu meistern. Für mehr Motivation und weniger Rückschläge ist es hilfreich regelmäßig zu reflektieren und neue Ziele zu formulieren.

Das letzte Jahr war für mich, nicht nur läuferisch betrachtet, sehr erfolgreich und spannend. Während der Saisonpause im vergangenen Oktober hatte ich genug Zeit, um über neue Ziele und Herausforderungen nachzudenken.

2019 war schnell, aber 2020 wird schneller!

Obwohl ich die lauffreie Zeit nach dem Herbstmarathon krankheitsbedingt etwas verlängern musste, ist mir der Einstieg in die neue Laufsaison gut gelungen. Die ersten vier winterlichen Trainingswochen vor dem Silvesterlauf waren schnell und abwechslungsreich. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, ob ich schon Anfang Februar in der Lage sein werde, eine neue Bestzeit über 10 Kilometer zu laufen.

Im März stand ich schon oft an der Startlinie des Frankfurter Halbmarathons. In diesem Jahr werde ich meinen neuen Verein Spiridon Frankfurt als Helfer unterstützen und den Halbmarathon aus einer anderen Perspektive kennenlernen.

In diesem Jahr werde ich in Bonn einen schnellen Halbmarathon laufen. Ich freue mich schon sehr darauf, dort gemeinsam mit Markus eine neue Bestzeit aufzustellen.

Wenige Wochen später werde ich mit der Marathonvorbereitung beginnen. 17 Wochen lang werde ich mich intensiv auf die größte Herausforderung des Jahres vorbereiten – den Amsterdam Marathon. Konzentriert und fokussiert werde ich trainieren, um am 18. Oktober im Olympiastadion Amsterdam nach unter 2:49 Stunden das Ziel zu erreichen.

Es ist immer eine Herausforderung einen Marathon zu laufen. Aber die größere Herausforderung ist es, über viele Wochen so konsequent und diszipliniert an sich zu arbeiten, um das angestrebte Ziel auch zu erreichen.

Neue Routinen

2019 gab es eine Sache, die viel zu kurz gekommen ist – das Ergänzungstraining. Ich kann mich problemlos motivieren, bei Regen und Wind zu einer harten Trainingseinheit nach draußen zu gehen, scheitere aber regelmäßig daran, über 15 Minuten Kräftigungsübungen zu machen oder meine Blackroll zu benutzen. Das wird sich ändern – schließlich möchte ich verletzungsfrei bleiben und meine Ziele erreichen.

Über das Erreichen dieser Ziele, neue Erkenntnisse und meine gelaufenen Wettkämpfe werde ich hier berichten.

LIVE HOW YOU RUN!

SAISONRÜCKBLICK 2019

Das vergangene Laufjahr war das beste meines Lebens. Zeit für einen Rückblick.

Meine Wettkampfsaison startete im Februar beim letzten 10 Kilometer Rennen der Rodgauer Winterlaufserie in Jügesheim. Eine 10 Kilometer Bestzeit sollte es werden – wurde es mit 37:17 Minuten auch.

Drei Wochen später starteten Markus und ich gemeinsam beim Berglauf „Auf die Platte, fertig los!“ in Wiesbaden. Zur Vorbereitung hatte ich einige Höhenmeter im Rheingau absolviert. Für die 8,1 Kilometer lange Classic Strecke (Anstieg von ca. 450 Höhenmeter) vom Nerotal Park zum Jagdschloss Platte benötigte ich 38:39 Minuten.

Traditionell stand ich im März 2019 wieder an der Startlinie des Frankfurter Halbmarathons. Dieser Halbmarathon sollte mit einer neuen Bestzeit das Highlight der ersten Saisonhälfte werden. Ich fühlte mich fit und in der Lage das Rennen nach 1:19 Stunden zu beenden. Am Ende war es sehr knapp. Der Wind und mein vom Regen vollgesaugtes Shirt haben mich sicher die eine oder andere Sekunde gekostet. So kam ich nach 1:20:11 Stunden ins Ziel und verpasste meine Vorgabe knapp. Die alte Bestzeit aus dem letzten Jahr verbesserte ich aber um über 4 Minuten.

Vier Wochen nach dem Halbmarathon, drei Wochen nach einer überstandenen Erkältung und zwei Wochen nach der Geburt unserer Tochter fuhr ich an einem schönen Sonntagmorgen im April nach Seligenstadt, um dort beim Wasserlauf in unter 37 Minuten die 10 Kilometer zu rennen. Nach dem Wendepunkt bei Kilometer 5 musste ich feststellen, dass mein Akku noch nicht vollständig aufgeladen war. Ich konnte die angestrebte Zeit nicht mehr halten und musste die Gruppe um Thomas, mit dem ich die erste Hälfte sehr konzentriert und gleichmäßig rennen konnte, ziehen lassen. Nach 37:44 Minuten erreichte ich das Ziel und wurde trotzdem noch erster in meiner Altersklasse.

Ein übernommener Startplatz beim Mainzer Halbmarathon im Mai sorgte dafür, dass ich mein Halbmarathonziel doch noch erreichen konnte. 21,1 Kilometer durch Mainz in 1:19:38 Stunden

Im Juni wurde es schnell. Zuerst verbesserte ich meine 10 Kilometer Bestzeit beim Schwanheimer Pfingstlauf auf 37:07 Minuten (es musste doch möglich sein, irgendwann unter 37 Minuten zu bleiben!). Damit sicherte ich mir erneut den 1. Platz meiner Altersklasse und verbesserte meine Zeit im Vergleich zum Vorjahr um über zwei Minuten.

Vier Tage später stand ich zum ersten Mal an der Startlinie der J.P. Morgan Challenge in Frankfurt. Mit Hilfe der roten Startnummer war es möglich, hier mit Vollgas zu laufen. Als ich das 5-Kilometer-Schild passierte, schaut ich auf meine Uhr: 17:32 Minuten – so schnell bin ich diese Distanz noch nie gelaufen. Nach 19:34 Minuten erreichte ich das Ziel der 5,6 Kilometer langen Strecke.

Die darauffolgenden Wochen waren sehr heiß. Nicht selten lief ich erst nach 23:00 Uhr mit Stirnlampe. Wenn ich mich zwischen einem Wüstenmarathon und einem 8-Stunden-Lauf am Nordkap entscheiden müsste, würde ich immer das Nordkap wählen. Wir „flüchteten“ Ende Juni für ein paar Tage an die über 10 Grad kühlere Nordseeküste. In Cadzand-Bad war es zwar angenehm, dafür aber viel windiger, als ich es vom Rheinufer im Rheingau gewohnt war.   

Es überrascht deshalb insgesamt nicht, dass ich im Juli beim Hausener Volkslauf die 10 Kilometer wieder nicht unter 37 Minuten lief. Hier fehlten mir 27 Sekunden.

Ende Juli wurde es Zeit, den Fokus neu auszurichten und das zwei Jahreshighlight näher zu betrachten: Den Herbstmarathon.

Ursprünglich hatte ich vor, an den Erfolg des letzten Jahres anzuknüpfen und meine Marathonbestzeit erneut in Frankfurt zu verbessern. Aber dann bot sich mir die Möglichkeit in Bremen zu starten. Und so begann am 20. Juli die Marathonvorbereitung.

Wenn ich in mein Trainingstagebuch schaue, sehe ich im August drei tolle Läufe.

Bei meinem ersten langen Lauf der Marathonvorbereitung begleitete mich mein 84 Jahre alter Opa. Er liebt das Fahrradfahren. Über zwei Stunden lang hatten wir eine tolle Zeit zusammen.

Eine Woche später, am 10. August, konnte ich Anthony auf 43 Kilometern zusammen mit einigen tollen Menschen von Dreieich über Frankfurt in den Taunus begleiten. Anthony ist, unterstützt von seiner Verlobten Jule, in 45 Tagen von Konstanz nach Flensburg gelaufen und hat dabei auf Depressionen und Suizidprävention aufmerksam gemacht. Das war Etappe 14 von Projekt 1919.

Und dann war da noch der Rheingauer Halbmarathon. Markus und ich starteten wieder gemeinsam. Markus wurde Zweiter, ich Dritter. Ein tolles Wochenende!

Wenn ich an besonders tolle Laufmomente der Saison denke, fällt mir auch der Eltviller Familienlauf ein. Im September startete ich dort drei Wochen vor dem Bremen Marathon. Es war das letzten 10 Kilometer Rennen der Saison. Nach 35:09 Minuten überquerte ich als Erster die Ziellinie und gewann den ca. 9,8 Kilometer langen Lauf.

Sehr gut vorbereitet, erholt und motiviert stand ich am 06. Oktober an einem kalten, windigen Sonntagmorgen an der Startlinie des Bremen Marathons und erreichte 2:51:39 Stunden später das Ziel. Meine Zeit aus Frankfurt konnte ich deutlich verbessern, aber mein Traumziel verpasste ich knapp. Etwa 10 Kilometer vor dem Ziel kostete mich ein vier Kilometer langer, gerader Streckenabschnitt an der Weser, auf dem starker Gegenwind herrschte, viel Kraft. Auf meiner Uhr sah ich mein erlaufenes Polster auf die angestrebten 2:49 Stunden dahinschmelzen.

Ohne die Rückendeckung meiner Frau wäre das alles nicht möglich gewesen. Danke Corinna!

Und ohne die Unterstützung meines Trainers und Freundes Markus hätte ich nicht so konsequent an meiner Form gearbeitete und diese Ziele nicht erreicht. Danke für deine Hilfe!

Jetzt blicke ich zufrieden auf starke Bestzeiten und auf freue mich auf neue Herausforderungen. Denn die Saison 2020 hat schon begonnen…