LAUFSAISON 2020 – MEINE ZIELE

Wie in vielen Bereichen unseres Lebens, geht es auch beim Laufen darum, sich über eine lange Zeit zu motivieren, Rückschläge zu akzeptieren und neue Herausforderungen zu meistern. Für mehr Motivation und weniger Rückschläge ist es hilfreich regelmäßig zu reflektieren und neue Ziele zu formulieren.

Das letzte Jahr war für mich, nicht nur läuferisch betrachtet, sehr erfolgreich und spannend. Während der Saisonpause im vergangenen Oktober hatte ich genug Zeit, um über neue Ziele und Herausforderungen nachzudenken.

2019 war schnell, aber 2020 wird schneller!

Obwohl ich die lauffreie Zeit nach dem Herbstmarathon krankheitsbedingt etwas verlängern musste, ist mir der Einstieg in die neue Laufsaison gut gelungen. Die ersten vier winterlichen Trainingswochen vor dem Silvesterlauf waren schnell und abwechslungsreich. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, ob ich schon Anfang Februar in der Lage sein werde, eine neue Bestzeit über 10 Kilometer zu laufen.

Im März stand ich schon oft an der Startlinie des Frankfurter Halbmarathons. In diesem Jahr werde ich meinen neuen Verein Spiridon Frankfurt als Helfer unterstützen und den Halbmarathon aus einer anderen Perspektive kennenlernen.

In diesem Jahr werde ich in Bonn einen schnellen Halbmarathon laufen. Ich freue mich schon sehr darauf, dort gemeinsam mit Markus eine neue Bestzeit aufzustellen.

Wenige Wochen später werde ich mit der Marathonvorbereitung beginnen. 17 Wochen lang werde ich mich intensiv auf die größte Herausforderung des Jahres vorbereiten – den Amsterdam Marathon. Konzentriert und fokussiert werde ich trainieren, um am 18. Oktober im Olympiastadion Amsterdam nach unter 2:49 Stunden das Ziel zu erreichen.

Es ist immer eine Herausforderung einen Marathon zu laufen. Aber die größere Herausforderung ist es, über viele Wochen so konsequent und diszipliniert an sich zu arbeiten, um das angestrebte Ziel auch zu erreichen.

Neue Routinen

2019 gab es eine Sache, die viel zu kurz gekommen ist – das Ergänzungstraining. Ich kann mich problemlos motivieren, bei Regen und Wind zu einer harten Trainingseinheit nach draußen zu gehen, scheitere aber regelmäßig daran, über 15 Minuten Kräftigungsübungen zu machen oder meine Blackroll zu benutzen. Das wird sich ändern – schließlich möchte ich verletzungsfrei bleiben und meine Ziele erreichen.

Über das Erreichen dieser Ziele, neue Erkenntnisse und meine gelaufenen Wettkämpfe werde ich hier berichten.

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SAISONRÜCKBLICK 2019

Das vergangene Laufjahr war das beste meines Lebens. Zeit für einen Rückblick.

Meine Wettkampfsaison startete im Februar beim letzten 10 Kilometer Rennen der Rodgauer Winterlaufserie in Jügesheim. Eine 10 Kilometer Bestzeit sollte es werden – wurde es mit 37:17 Minuten auch.

Drei Wochen später starteten Markus und ich gemeinsam beim Berglauf „Auf die Platte, fertig los!“ in Wiesbaden. Zur Vorbereitung hatte ich einige Höhenmeter im Rheingau absolviert. Für die 8,1 Kilometer lange Classic Strecke (Anstieg von ca. 450 Höhenmeter) vom Nerotal Park zum Jagdschloss Platte benötigte ich 38:39 Minuten.

Traditionell stand ich im März 2019 wieder an der Startlinie des Frankfurter Halbmarathons. Dieser Halbmarathon sollte mit einer neuen Bestzeit das Highlight der ersten Saisonhälfte werden. Ich fühlte mich fit und in der Lage das Rennen nach 1:19 Stunden zu beenden. Am Ende war es sehr knapp. Der Wind und mein vom Regen vollgesaugtes Shirt haben mich sicher die eine oder andere Sekunde gekostet. So kam ich nach 1:20:11 Stunden ins Ziel und verpasste meine Vorgabe knapp. Die alte Bestzeit aus dem letzten Jahr verbesserte ich aber um über 4 Minuten.

Vier Wochen nach dem Halbmarathon, drei Wochen nach einer überstandenen Erkältung und zwei Wochen nach der Geburt unserer Tochter fuhr ich an einem schönen Sonntagmorgen im April nach Seligenstadt, um dort beim Wasserlauf in unter 37 Minuten die 10 Kilometer zu rennen. Nach dem Wendepunkt bei Kilometer 5 musste ich feststellen, dass mein Akku noch nicht vollständig aufgeladen war. Ich konnte die angestrebte Zeit nicht mehr halten und musste die Gruppe um Thomas, mit dem ich die erste Hälfte sehr konzentriert und gleichmäßig rennen konnte, ziehen lassen. Nach 37:44 Minuten erreichte ich das Ziel und wurde trotzdem noch erster in meiner Altersklasse.

Ein übernommener Startplatz beim Mainzer Halbmarathon im Mai sorgte dafür, dass ich mein Halbmarathonziel doch noch erreichen konnte. 21,1 Kilometer durch Mainz in 1:19:38 Stunden

Im Juni wurde es schnell. Zuerst verbesserte ich meine 10 Kilometer Bestzeit beim Schwanheimer Pfingstlauf auf 37:07 Minuten (es musste doch möglich sein, irgendwann unter 37 Minuten zu bleiben!). Damit sicherte ich mir erneut den 1. Platz meiner Altersklasse und verbesserte meine Zeit im Vergleich zum Vorjahr um über zwei Minuten.

Vier Tage später stand ich zum ersten Mal an der Startlinie der J.P. Morgan Challenge in Frankfurt. Mit Hilfe der roten Startnummer war es möglich, hier mit Vollgas zu laufen. Als ich das 5-Kilometer-Schild passierte, schaut ich auf meine Uhr: 17:32 Minuten – so schnell bin ich diese Distanz noch nie gelaufen. Nach 19:34 Minuten erreichte ich das Ziel der 5,6 Kilometer langen Strecke.

Die darauffolgenden Wochen waren sehr heiß. Nicht selten lief ich erst nach 23:00 Uhr mit Stirnlampe. Wenn ich mich zwischen einem Wüstenmarathon und einem 8-Stunden-Lauf am Nordkap entscheiden müsste, würde ich immer das Nordkap wählen. Wir „flüchteten“ Ende Juni für ein paar Tage an die über 10 Grad kühlere Nordseeküste. In Cadzand-Bad war es zwar angenehm, dafür aber viel windiger, als ich es vom Rheinufer im Rheingau gewohnt war.   

Es überrascht deshalb insgesamt nicht, dass ich im Juli beim Hausener Volkslauf die 10 Kilometer wieder nicht unter 37 Minuten lief. Hier fehlten mir 27 Sekunden.

Ende Juli wurde es Zeit, den Fokus neu auszurichten und das zwei Jahreshighlight näher zu betrachten: Den Herbstmarathon.

Ursprünglich hatte ich vor, an den Erfolg des letzten Jahres anzuknüpfen und meine Marathonbestzeit erneut in Frankfurt zu verbessern. Aber dann bot sich mir die Möglichkeit in Bremen zu starten. Und so begann am 20. Juli die Marathonvorbereitung.

Wenn ich in mein Trainingstagebuch schaue, sehe ich im August drei tolle Läufe.

Bei meinem ersten langen Lauf der Marathonvorbereitung begleitete mich mein 84 Jahre alter Opa. Er liebt das Fahrradfahren. Über zwei Stunden lang hatten wir eine tolle Zeit zusammen.

Eine Woche später, am 10. August, konnte ich Anthony auf 43 Kilometern zusammen mit einigen tollen Menschen von Dreieich über Frankfurt in den Taunus begleiten. Anthony ist, unterstützt von seiner Verlobten Jule, in 45 Tagen von Konstanz nach Flensburg gelaufen und hat dabei auf Depressionen und Suizidprävention aufmerksam gemacht. Das war Etappe 14 von Projekt 1919.

Und dann war da noch der Rheingauer Halbmarathon. Markus und ich starteten wieder gemeinsam. Markus wurde Zweiter, ich Dritter. Ein tolles Wochenende!

Wenn ich an besonders tolle Laufmomente der Saison denke, fällt mir auch der Eltviller Familienlauf ein. Im September startete ich dort drei Wochen vor dem Bremen Marathon. Es war das letzten 10 Kilometer Rennen der Saison. Nach 35:09 Minuten überquerte ich als Erster die Ziellinie und gewann den ca. 9,8 Kilometer langen Lauf.

Sehr gut vorbereitet, erholt und motiviert stand ich am 06. Oktober an einem kalten, windigen Sonntagmorgen an der Startlinie des Bremen Marathons und erreichte 2:51:39 Stunden später das Ziel. Meine Zeit aus Frankfurt konnte ich deutlich verbessern, aber mein Traumziel verpasste ich knapp. Etwa 10 Kilometer vor dem Ziel kostete mich ein vier Kilometer langer, gerader Streckenabschnitt an der Weser, auf dem starker Gegenwind herrschte, viel Kraft. Auf meiner Uhr sah ich mein erlaufenes Polster auf die angestrebten 2:49 Stunden dahinschmelzen.

Ohne die Rückendeckung meiner Frau wäre das alles nicht möglich gewesen. Danke Corinna!

Und ohne die Unterstützung meines Trainers und Freundes Markus hätte ich nicht so konsequent an meiner Form gearbeitete und diese Ziele nicht erreicht. Danke für deine Hilfe!

Jetzt blicke ich zufrieden auf starke Bestzeiten und auf freue mich auf neue Herausforderungen. Denn die Saison 2020 hat schon begonnen…

Wie eine Entscheidung alles veränderte

Am 10. Juli 2017 hörte ich auf Tiere zu essen.

Was sich seit diesem Tag verändert hat:

  • Wir leben als Familie mehr in Übereinstimmung mit unseren Werten.
  • Die Welt ist ein Stückchen besser geworden, als unsere Tochter im März 2019 geboren wurde. Ihr geht es prima – ganz ohne Tierprodukte.
  • Ich habe in den vergangenen zwei Jahren mehr über Ernährung gelernt, als in den 25 Jahren davor.
  • Veränderungen wurden zu Gewohnheiten.
  • Minimalismus und Nachhaltigkeit beeinflussen unsere Entscheidungen.
  • Ich habe tolle Menschen kennengelernt und neue Freundschaften geschlossen.
  • Meine Marathonbestzeit hat sich in zwei Jahren von 03:27 Stunden auf 02:51 Stunden verbessert.
  • Aus unserem Renault Twizy wurde ein Tesla Model 3.

Eine große Dynamik kam in Gang. Mit dieser Entscheidung haben wir uns aus unserer eigenen Verdrängung befreit.