SCHLAMMSCHLACHT IN JÜGESHEIM

Wie bereits im vergangenen Jahr, sollte der letzte Wettkampf der Rodgauer Winterlaufserie in Jügesheim am ersten Samstag im Februar mein erster Wettkampf des Jahres und gleichzeitig auch der erste Angriff auf eine neue Bestzeit über 10 Kilometer werden.

Nach elf intensiven, überwiegend kalten und dunklen Trainingswochen – oft lief ich am Abend nach dem Einbruch der Dunkelheit – spürte ich zwei Wochen vor dem Start zum ersten Mal nach der Laufpause im Herbst eine deutliche Formsteigerung. Das letzte harte Intervalltraining, zwölf Tage vor dem Rennen, war einer der besten Läufe seit ich ambitioniert trainiere. Der richtige Lauf zur richtigen Zeit!

Nach diesem Intervalltraining korrigierte mein Trainer Markus die erwartete Zielzeit von unter 36 Minuten auf unter 35 Minuten. Um das zu schaffen, muss man im Schnitt 3 Minuten und 30 Sekunden pro Kilometer laufen. Ich war bereit für eine neue Bestzeit, aber ob mir eine so starke Verbesserung gelingen würde?

Mitte November startete ich die Vorbereitungen auf diesen Wettkampf und 832,2 Kilometer später reihte ich mich in den Startblock ein. Die persönliche Form kann man beeinflussen, die Wettkampfbedingungen nicht. Und die waren heute wirklich mies.

Wegen schwerer Sturmschäden im Bereich der alten Strecke wurde das Rennen in diesem Jahr aus dem Wald verlegt. Die neue 10-Kilometer-Rundstrecke führte größtenteils durch offene Felder. Schon einige Stunden vor dem Start hatte es so stark begonnen zu regnen, dass sich riesengroße Pfützen auf der Strecke gebildet hatten und jede Kurve entweder sehr matschig oder komplett unter Wasser stand. Dazu wehte aus südwestlicher Richtung starker Wind, der für zusätzliche Anstrengung sorgte.

Kurz vor dem eine Stunde früher startenden 5-Kilometer-Rennen prophezeite der Kommentator im Stadion, dass der Rückenwind wahrscheinlich nicht ausreichen werde, um den vom Gegenwind verursachten Zeitverlust auszugleichen. Eine wenig motivierende, aber für die allermeisten Läufer heute zutreffende Aussage.

Nach 1,5 schnellen Runden auf der 400-Meter Bahn ging es auf die Strecke. Für zwei Kilometer gelang es mir im Windschatten einer Gruppe zu laufen, dann musste ich mich zurückfallen lassen. In diesem stark besetzten Rennen waren wirklich schnelle Läufer am Start und einen Schnitt von 3:25 Minuten pro Kilometer hätte ich höchstwahrscheinlich nicht bis zum Ende rennen können.

Nach vier Kilometern hatte mich (endlich!) eine Verfolgergruppe eingeholt. Das bedeutete, nicht mehr alleine gegen den Wind kämpfen zu müssen. Ich versteckte mich so gut es ging in der Gruppe und versuchte mich etwas zu entspannen. So rannten wir einigermaßen gleichmäßig die zweite Runde des Rennens.

Nach neun Kilometern setzte ich mich ab und konzentrierte mich nur noch darauf, diese Schlammschlacht möglichst schnell zu beenden. Mit Rückenwind, einem starken Willen und lauten Motivationsrufen von Markus lief ich den letzten Kilometer in 3:19 Minuten und erreichte nach 35:50 Minuten das Ziel.

Mit dieser neuen Bestzeit ist die erste Trainingsphase abgehakt. Wichtig ist jetzt, den Trainingsflow der letzten Wochen aufrecht zu halten und mit Schwung und frischer Energie in das Halbmarathontraining einzusteigen.

In zwei Wochen geht‘s los!

  • Grundlagen / Schnelligkeit

    Ziel: 01.02.20 /Winterlaufserie Jügesheim

  • Halbmarathontraining

    Ziel: 26.04.2020 /Bonn

  • Marathontraining

    Ziel: 18.10.2020 /Amsterdam


ZUSAMMENFASSUNG
01.02.2020, 15:00 Uhr
40. Rodgauer Winterlaufserie in Jügesheim
Wetter: 12°C, Regen und Wind
Distanz: 10 Kilometer 
Zeit: 35:50 Minuten
Platz: 25 (Gesamt), 17 (AK)
Schuhe: HOKA ONE ONE Rincon