Total Cost of Ownership – so viel kostet ein günstiges Elektroauto wirklich

Autos kosten Geld, viel Geld. In der Anschaffung, aber auch im täglichen Einsatz. Energiekosten fallen nur bei Fortbewegung an. Aber auch wenn das Fahrzeug tagelang auf einem Parkplatz steht, kostet es Geld. Das gilt für alle Antriebsarten. Im Vergleich mit dem Verbrenner punktet das Elektroauto durch geringere Kosten für Energie und Wartung. Diesen finanziellen Vorteil verspielen Fahrzeuge, für die zusätzlich zum Anschaffungspreis noch eine Batteriemiete fällig wird.

Hinter diesem Relikt aus den ersten Jahren der Elektromobilität steht ein einfachen Grund: die Kosten für die Herstellung der Batterie waren noch vor wenigen Jahren sehr hoch. Um die Fahrzeuge auf den ersten Blick erschwinglicher zur machen – in einer Zeit, in der es noch keine staatliche Förderung gab – haben manche Hersteller ihre Elektroautos ohne Batterie verkauft und sie dem Kunden zur monatlichen Miete angeboten. Die genauen Regelungen sind von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich.

Kostenfalle Batteriemiete

Fast zwei Jahre sind wir einen elektrischen Smart gefahren. 2018 haben wir das Fahrzeug gebraucht erworben. Die Batterie wird zu einem monatlichen Festpreis gemietet. Trotz geringer Reichweite (90-120 Kilometer) und langer Ladezeit kamen wir damit im Alltag gut zurecht.

Mit dem Beginn der Pandemie veränderte sich unser Arbeitsalltag. Unsere beide Fahrzeuge wurden wirklich immer mehr zu Stehzeugen (100% Homeoffice und Teilzeitarbeit im Schichtdienst).

Wir haben darauf unsere Mobilitätsgewohnheiten analysiert und kamen zu dem Ergebnis, dass ein Familienauto ausreicht. Der Smart wurde verkauft und wird bis heute erfolgreich von einem Fahrrad ersetzt.

Die Kosten für die Batterie machen während unseres Nutzungszeitraums fast ein drittel der Gesamtkosten aus. Obwohl wir in dieser Zeit wegen diverser kostenloser Lademöglichkeiten fast keine Energiekosten hatten.


Total Cost of Ownership (TCO)

gefahrene Kilometer: 22794

Wertverlust: 2144,00 Euro

Batteriemiete für 22 Monate (65 Euro/Monat): 1430,00 Euro

Werkstattrechnungen: 371,86 Euro

Versicherung für 22 Monate: 576,88 Euro

Steuer: 0,00 Euro (Elektroauto, noch steuerfrei)

Kosten der Zulassungsstelle: ca. 50,00 Euro

Energie: ca. 100 Euro, überwiegend kostenlose öffentliche Ladepunkten genutzt

Gesamtkosten: 4672,74 Euro, bzw. 207,85 Euro/Monat

7 GRÜNDE, UM MIT DEM RAD ZUR ARBEIT ZU PENDELN

Weniger Dinge zu besitzen, bedeutet für mich mehr Zeit, mehr Geld, mehr Platz und mehr Möglichkeiten zu haben. Es macht mich freier und zufriedener. Wer weniger besitzt, kann mehr leben.

Christof Herrmann (einfachbewusst.de)

Im Frühjahr 2017 hörte ich auf mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. In den kalten und nassen Wintermonaten davor kamen zwar einige schöne Kilometer zusammen, aber am Ende wollte ich schneller zuhause sein und ersetzte das Fahrrad durch ein kleines Fahrzeug – einen Renault Twizy.

Seit diesem Umstieg hat sich viel verändert. Unsere Tochter kam zur Welt, ich habe meine Arbeitszeit reduziert und meine Bereitschaft für sportliche Herausforderungen ist deutlich gestiegen.

Momentan haben wir zwei Fahrzeuge. Ein Tesla Model 3 und einen Smart Fortwo – zwei Elektroautos. Und seit dem Beginn der Corona-Krise werden diese Fahrzeuge kaum noch bewegt.

Dieser Zustand und die 100. Folge des CLEANELECTRIC-Podcasts (danke Volker Quaschning!) waren für mich der Auslöser unser Mobilitätsverhalten grundsätzlich zu überdenken und zu hinterfragen.

Mobilitätsgewohnheiten überprüfen

In Deutschland werden immer mehr Fahrzeuge zugelassen. Die Statistiken erzielen Jahr für Jahr neue Rekorde. Aber damit unsere Städte in naher Zukunft nicht kollabieren und wir die Klimaziele erreichen, müssen wir den Fahrzeugbestand insgesamt deutlich reduzieren.

Für uns steht fest: ein Familienauto ist genug! Wir werden unseren Alltag auf absehbare Zeit gut mit einem Auto – dem Tesla Model 3 – gestalten können. Und für mehr Flexibilität steige ich wieder auf das Fahrrad.

Grundlagenausdauer verbessern

Während ich vorher pro Arbeitstag mindestens eine Stunde sitzend im Auto verbracht habe, kann ich nun die Fahrt zur Arbeit als Trainingseinheit nutzen und an meiner Grundlagenausdauer arbeiten – auch um läuferisch die nächste Stufe zu erreichen.

Neue Regionen entdecken

Neben den Fahrten zur Arbeit möchte ich ein bis zwei wöchentliche Trainingseinheiten auf dem Rad absolvieren. In meinem Strava-Feed motivieren mich einige Leute schon seit Wochen mit ihren Radfahraktivitäten endlich auch auf das Fahrrad zu steigen und neue, unbekannte Strecken zu entdecken – darauf freue ich mich besonders.

7 Gründe, um mit dem Rad zur Arbeit zu pendeln

  1. Wir reduzieren unseren ökologischen Fußabdruck.
  2. Der Arbeitsweg wird zur ergänzenden Trainingseinheit
  3. Auch wenn die Fahrzeit etwas länger wird, haben wir insgesamt mehr Zeit. Ladesäulenspaziergänge, Reifenwechsel, Fahrten zur Waschanlage, zur Werkstatt und zum TÜV fallen weg. Und weil die Pendelfahrt auch das Potential hat eine Trainingseinheit zu ersetzen, spare ich auch in diesem Bereich Zeit.
  4. Wir geben weniger Geld für unsere Mobilität aus. Ein Auto verursacht nicht nur in der Anschaffung, sondern auch in der Unterhaltung Kosten. Die Ausgaben für die Instandhaltung eines Elektroautos sind zwar geringer, als für einem vergleichbaren Verbrenner, liegen aber erheblich über den Kosten, die für die Pflege eines Rennrads zusammenkommen.
  5. Ich sitze weniger. Bewegung vor der Arbeit erhöht die Leistungsfähigkeit, Bewegung nach der Arbeit fördert die Entspannung.
  6. Ich verbringe mehr Zeit in der Natur. Meine Pendelstrecke verläuft überwiegend auf Radwegen und Straßen direkt am Rheinufer.
  7. Ich überwinde in einem neuen Bereich die persönliche Bequemlichkeit und etabliere eine neue Gewohnheit.