BUCKET LIST

Vor etwa zwei Wochen habe ich Katrin und Daniel in Frankfurt besucht. Die beiden hatten mich zu einem Interview für den beVegt-Podcast eingeladen. Heute, am 19. März 2020, wurde die Folge veröffentlicht.

Wir haben über das Laufen, meinen Weg zum Veganismus und unsere Vorstellung von der Mobilität der Zukunft gesprochen.

Seit diesem Interview ist sehr viel passiert. Das Coronavirus verbreitet sich mit rasender Geschwindigkeit auf der ganzen Welt, die WHO hat Europa als Epizentrum erklärt und die Maßnahmen, um die Verbreitung zu verlangsamen, werden täglich verschärft.

Das alles hätten wir vor zwei Wochen bei der Aufzeichnung des Podcasts niemals für möglich gehalten. Heute, im Schatten dieser großen Katastrophe, erscheinen unsere Themen und meine persönlichen Herausforderungen absolut bedeutungslos.

Wir alle erleben gerade radikale Einschränkungen. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich am Tag meinen Twitterfeed aktualisiere und wie oft ich überprüfe, ob die neue Folge des Podcasts mit Dr. Christian Drosten schon erschienen ist. Mir fällt es sehr schwer das Geschehen nicht in Echtzeit zu verfolgen.

Wenn es euch ähnlich geht und ihr zwischen neuen Meldungen und der Frage, wie sich das alles noch entwickeln wird, für etwa zwei Stunden auf andere Gedanken kommen möchtet, hört euch die Folge an. Vor zwei Wochen war unsere Welt noch eine andere.


Im Gespräch mit Katrin und Daniel konnte ich die Frage nach persönlichen Zielen und Wettkämpfen, die ich in meinem Leben noch erreichen beziehungsweise laufen möchte, nur halbherzig beantworten. Noch auf dem Rückweg nach der Aufzeichnung beschloss ich, bis zur Veröffentlichung der Folge eine Bucket List zu schreiben.

Und hier ist sie.

Wenn wir diese weltweite Krise überstanden haben, wird es auch wieder reizvolle Wettkämpfe geben. Die Zeit für neue Bestzeiten wird wieder kommen.

Aber bis dahin kommt es nur darauf an, dass jeder von uns durch verantwortungsvolle Entscheidungen den Verlauf dieser Krise verlangsamt.

Passt auf euch auf, hört auf die Wissenschaft und bleibt zuhause.

Letztes Update: 19.03.2020


MarathonAndere Laufevents
HamburgBrüder-Grimm-Lauf
FrankfurtRodgau Ultramarathon
BremenKopenhagen Halbmarathon
AmsterdamVenlo Halbmarathon
RotterdamUltra Trail del Lago d’Orta
DingleRennsteiglauf
ParisWettkampf mit meiner Tochter im Babyjogger
London
Wien
Berlin
Kopenhagen
Mont Saint-Michel
Helgoland
Stockholm
Tromsø, Midnight Sun
Interlaken, Jungfrau
Davos
Rom

Länder
Niederlande
Dänemark
Belgien
USA
Frankreich
Schweden
Norwegen
Irland
England
Schottland
Österreich
Schweiz
Italien

Ziele

Marathon unter 02:40 Stunden
Halbmarathon unter 75 Minuten
10 Kilometer unter 34 Minuten
50 Kilometer unter 03:20 Stunden

MÄRZ 2020 – DIE WELT STEHT STILL

Statistik

Distanz353,9 km
Zeit28h 8min
Höhenmeter3707m
Läufe32
Ruhetage5

Es ist ruhig geworden, auch hier im Rheingau. Was im letzten Monat noch unvorstellbar erschien, ist Alltag geworden. Durch die Coronavirus Pandemie hat sich in den letzten drei Wochen sehr viel verändert. Schulen und Kindergärten sind geschlossen und Restaurants haben ihren Betrieb eingestellt. Öffentliches Leben findet nicht mehr statt und nahezu jede Laufveranstaltung ist abgesagt, natürlich auch der Halbmarathon in Bonn.

Neben der allgegenwärtigen Gesundheitsgefahr steht für viele Menschen in diesen Wochen die eigene Existenz auf dem Spiel.

Anfang März habe ich Katrin und Daniel für ein Interview für den beVegt-Podcast besucht. Fast zwei Stunden haben wir uns über Laufen, Ernährung und Elektromobilität unterhalten. Sportliche Ziele und die persönlichen Herausforderungen, denen wir uns alle regelmäßig stellen müssen, erscheinen im Kontext der Pandemie völlig nebensächlich. Das hätten wir bei der Aufzeichnung des Podcasts kaum für möglich gehalten.

Mich hat es in den letzten Tagen mehr in die Weinberge und in den Wald gezogen, als an das flache Rheinufer. Dort kann man auf hügeligen Wald- und Wiesentrails, abseits frequentierter Strecken, beim Laufen gut abschalten.

Denn nach der „auch wenn der Halbmarathon nicht stattfindet trainiere ich weiter und laufe das Rennen für mich alleine“ – Phase bin ich in ein kleines Loch gefallen. Ziellos und angetrieben von der Frage, wie diese Situation unser aller Leben verändert wird, ist es mir ein paar Tage sehr schwer gefallen, mich zum Laufen zu motivieren.

Zum Glück lebe ich aber mit zwei tollen Frauen (einer großen und einer sehr kleinen, die mich gerne in ihrem Kinderwagen beim Laufen begleitet) in einem Haushalt und muss mich nicht alleine von meinem sozialen Umfeld distanzieren. Gemeinsam überstehen wird das.

Und für Kontakte zur Familie und zu Freunden gibt es ja glücklicherweise technische Unterstützung. So hat mein Opa inzwischen ein Smartphone und kann damit die Entwicklung seiner Urenkelin trotz der ausbleibenden Besuche täglich verfolgen.

Über FaceTime verbunden, haben wir seit der Einführung der Ausgangsbeschränkung zweimal wöchentlich einen Stabitrainingstermin mit Svenja und Markus. So wird aus meinem Vorsatz „mehr Fokus auf Stabi“ in diesem Jahr doch noch etwas.

Und gute Läufe gab es trotz der negativen Gedanken natürlich auch!

Die besten Läufe

Svenja und Markus hatten ihre Athleten wenige Tage vor der Ausgangsbeschränkung zu einem Laufen Hilft! Trainingstag eingeladen. Natürlich haben wir auch da bereits genug Abstand zueinander gehalten.

Markus hat mich an diesem Tag beim wahrscheinlich besten Bahntraining meines Lebens zu einer neuen Bestzeit über 5 Kilometer getrieben. In einem 6 Kilometer langen Tempowechselrennen (400 Meter in ca. 90 Sekunden / 400 Meter in ca. 80 Sekunden) passierten wir 5 Kilometer nach 17:25 Minuten – so schnell war ich auf dieser Distanz noch nie!

Als sei das nicht genug, rannten wir daran anschließend kontrolliert 5×200 Meter und zum Abschluss in Spikes die schnellsten 1000 Meter meines Lebens in 3:08 Minuten.

Ein weiteres Highlight war eine neue Bestzeit über 10 Kilometer im Training im Rahmen der Anti-Corona Running League. Ins Leben gerufen, damit Läuferinnen und Läufer ihre gute Forme nicht ins leere laufen lassen müssen. Jeder rennt dabei die festgelegte Strecke für sich und am Ende werden alle Ergebnisse virtuell zusammengeführt.

Am 21.03. rannte ich die 10 Kilometer am Rheinufer von Eltville nach Oestrich-Winkel in 35:15 Minuten (ganz alleine, GPS vermessen, handgestoppt und mit leichtem Rückenwind).

Was wohl in einem Wettkampf aktuell möglich wäre?

Ausblick?

Markus hat mich mit einer neuen Perspektive aus dem kurzzeitigen Tief geholt: eine neue Bestzeit über 5 Kilometer in 6 Wochen.

Bleibt gesund und passt auf euch auf!

FEBRUAR 2020 – DIE FORMKURVE STEIGT

Statistik

Distanz378,6 km
Zeit29h 6min
Höhenmeter2660 m
Läufe31
Ruhetage5

Heute ist Montag, der Februar ist vorbei und ich sitze mit einer Tasse Kaffee auf dem Sofa, während meine Tochter ihren Mittagsschlaf genießt. Das ist die ruhigste Zeit des Tages und die beste Gelegenheit in Ruhe über die vergangenen Wochen nachzudenken.

Auf meine neue Bestzeit über 10 Kilometer am Monatsanfang in Jügesheim folgte ein zweiwöchiger Ausdauerblock. Ein paar Tage dieser Übergangszeit verbrachten wir in den Niederlanden.

Gibt es hier Strava-Segmente?

Und wie lassen Sie sich in den Trainingsplan integrieren? Eine Frage, die ich mir regelmäßig im Urlaub stelle. Glücklicherweise gab es einige Segmente. Und so musste ich nur den Tempodauerlauf (15km @4’00/km) über die entsprechenden Streckenabschnitte legen, um mir neue „Kronen“ zu sichern. Das hat Spaß gemacht!

Noch schöner war das gemeinsame Auslaufen mit meinen drei Damen nach diesem harten Tempotraining.

Zum Start der Halbmarathonvorbereitung hat mir Markus einen Formtest vorgeschlagen. Die Aufgabe war einfach und gleichzeitig sehr schwer: eine Meile, einen Kilometer und 400 Meter schnellstmöglich zu rennen. Für die Meile stoppte meine Uhr 5:11 Minuten, für den Kilometer 3:09 Minuten – neue Bestzeiten für beide Distanzen. Die 400 Meter rannte ich zwar auch noch schnell, aber für einen Rekord auf dieser Strecke reichte meine Kraft nicht aus.

Die besten Läufe

Natürliche denke ich hier an die beiden sehr guten Wettkämpfe in diesem Monat (Jügesheim und Rheingau-Stadion Cross). Auch der erste Halbmarathon mit meiner Tochter hat – trotz des schlechten Wetters – unglaublich viel Spaß gemacht.

Mein Monatshighlight ist aber der gesteigerte Tempowechsellauf vom 14.02.2020:

EL – 16km TWL (1km/1km) – AL

Ich liebe Tempowechselläufe – und dieser hatte es in sich. Oft tendiere ich dazu, Tempotrainings zu schnell zu starten. Dieser unkontrollierte Ehrgeiz führt immer zu einem Kraftverlust am Ende. Deshalb war die Vorgabe hier ganz klar: Kontrolliert starten und zum Ende hin steigern. Mit 4‘05/3‘50 ging es los, nach der Hälfte erhöhte ich das Tempo auf 3‘57/3‘45 und für den letzte Tempowechsel stoppte die Uhr 3‘53/3‘27. Negativer Split!

Das faszinierende an dieser Trainingsform ist, dass sich der langsamere Tempoabschnitt wie eine Erholungspause anfühlt, obwohl er vergleichsweise schnell gelaufen wird.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden. So kann es gerne weitergehen!

RHEINGAU-STADION CROSS 2020

HOKA EVO XC Spike im Wettkampftest

Anmerkung: Das ist ein persönlicher Erfahrungsbericht eines Cross-Anfängers. Ich bin noch nie in einem anderen Schuh mit Spikes gelaufen und beschreibe hier mein Wettkampferlebnis im EVO XC Spike. Diesen Schuh habe ich selbst gekauft, er wurde mir nicht zur Verfügung gestellt. Auch für die Darstellung und meinen Bericht bekomme ich keine Gegenleistungen von HOKA ONE ONE.

Sehr spontan wurde ich weniger als zwei Wochen vor der Austragung auf die offenen Crossmeisterschaften des Leichtathletik-Kreises Rheingau-Taunus im Rheingaustadion in Geisenheim aufmerksam. (Danke Alex!)

Ich musste nicht lange überlegen und beschloss dieses „Heimspiel“ in meine aktuelle Halbmarathonvorbereitung zu integrieren. Weil Samstage zur Zeit von anspruchsvollen Tempotrainings geprägt werden, passte die Teilnahme an der Cross-Langstrecke (ca. 6,3 km) auch sehr gut in meinen Trainingsplan.

Für eine bessere Bodenhaftung und eine effizientere Kraftübertragung bei Crossläufen dachte ich schon länger über die Anschaffung eines speziellen Schuhs nach. Mit der Anmeldung für das heutige Rennen war auch der richtige Zeitpunkt für den Kauf meiner ersten Spikes gekommen.

Meine Wahl viel auf den EVO XC Spike von HOKA ONE ONE. Dieser Schuh ist für „Querfeldeinläufe“ designt. HOKA verspricht durch das symmetrisch angeordnete Spikemuster an der Sohle mehr Halt auf weicherem Boden und ein insgesamt schnelles Kurvenverhalten. Am Ende entschied ich mich ohne weitere Tests anderer Hersteller für dieses Modell, weil ich alle Bestzeiten der letzten Jahre in einem Schuh von HOKA ONE ONE gelaufen bin. Ja, ich bin begeistert und ein Fan der Marke geworden. 😉

380 Gramm wiegt ein Paar in der Größe US 10. Die Dornen lassen sich mit dem Dornenschlüssel sehr gut in der Sohle befestigen und sind ca. 6 Millimeter lang. Nach dem Rennen erfuhr ich, dass es speziell für Crossläufe auch Schuhe mit 12 Millimeter langen Dornen gibt. (Danke Markus!)

Trotz der „kurzen“ Dornen war ich vom ersten Schritt an vom EVO XC Spike begeistert. Während mich der Streckencheck vor dem Start noch über trockene, hügelige Wiesenabschnitte führte, sollte das Rennen ein richtiger Härtetest bei Sturm und Regen werden.

Starkregen und Sturm zum Start

Nach einem sonnigen und windstillen Vormittag verdunkelte sich der Himmel pünktlich zum Start des letzten Rennens – der Cross-Langstrecke. Schade, denn nach dem schlechten Wetter in Jügesheim vor vier Wochen hatte ich heute auf bessere Bedingungen gehofft. Besonders auch, weil meine wundervolle Familie zum Anfeuern an die Strecke gekommen war.

Das Cross-Langstreckenrennen startete um 15:30 Uhr. In diesem Wettkampf galt es, sechs Runden (jeweils ca. 980 Meter) innerhalb des Stadions und daran anschließend noch den Zieleinlauf (ca. 350 Meter) so schnell wie nur möglich zu rennen.

Bereits nach der ersten Kurve des Rennens positionierte ich mich an der Spitze des Feldes. Die Cross-Runde führte uns im inneren des Stadions auf der Wiese über zwei Hügel um die 400-Meter-Bahn, am Stadionbüro vorbei hinab zum Fußballplatz. In der „Kellersgrube“ wurde das Spielfeld umlaufen, bevor es nach zwei scharfen Kurven wieder hinauf zum Start und damit auf die nächste Runde ging.

Mit jeder Runde wurde der Regen stärker und der Wind stürmischer.

Doch der EVO XC Spike führte mich mit hoher Geschwindigkeit durch die engen Kurven und sicher jeden Hügel hinab. Die verbesserte Bodenhaftung der Spikes begeisterten mich mit jeder absolvierten Runde mehr. In einem normalen Laufschuh hätte ich vor den Kurven abgebremst, um auf dem matschigen Untergrund nicht den Halt zu verlieren. Mit den Spikes konnte ich die Geschwindigkeit halten und so wertvolle Energie sparen.

Dieser Vorteil wurde von Runde zu Runde stärker, weil die Strecke vom starken Regen immer durchnässter und rutschiger wurde. Später erfuhr ich, dass es hinter mir im Feld zur einen oder anderen gefährlichen Rutschpartie kam.

Mein Plan, die ersten Runden in einer größeren Gruppe vom Wind geschützt zu rennen, ging nicht auf. Kurz vor dem Ende der zweiten Runde führte ich das Feld weiterhin an und hatte auf meine Verfolger einen Vorsprung von ca. 20 Sekunden.

Den Rhythmus der ersten beiden Runden (3’33/km) konnte ich mit zunehmendem Wind nicht halten. Die Rundengeschwindigkeit pendelte sich bei 3‘43/km ein. Auch die Tatsache, dass der Abstand zu meinen Verfolgern mit jeder Runde größer wurde, sorgte nicht für mehr Vortrieb. Den zweiten Abschnitt des Rennens lief ich gleichmäßig und energiesparend, um nach der sechsten Runde mit genügend Reserven zum Zielsprint ansetzen zu können. Diese Strategie ging auf (3‘25/km auf dem letzten Streckenabschnitt).

Fazit

Die Strecke ist schnell, anstrengend und hat viel Abwechslung in meinen Trainingsalltag gebracht. Trotz des schlechten Wetters war es ein gutes Rennen. Der EVO XC Spike hat seinen ersten Härtetest sehr gut bestanden. Und auch völlig durchnässt und mit Schlamm an den Händen kann man schnell rennen und dabei viel Spaß haben. Das war hoffentlich nicht der letzte Crosswettkampf in diesem Jahr!


ZUSAMMENFASSUNG

29.02.2020, 15:30 Uhr
15. Rheingau-Stadion Cross in Geisenheim
Wetter: 13°C, Starkregen und Sturm
Distanz: ca. 6.230 Meter (Cross-Langstrecke)
Zeit: 22:54 Minuten
Platz: 1 (Gesamt), 1 (AK)
Schuhe: HOKA ONE ONE EVO XC Spike

20.000 KILOMETER IM TESLA – KOSTEN UND UPDATES

Nach sechs Monaten hatte unser Tesla Model 3 Standard Reichweite Plus die 15.000-Kilometer-Marke überschritten. Inzwischen stehen wir kurz vor der 20.000-Kilometer-Grenze. Seit der Übergabe waren wir nicht nur sehr viel unterwegs, das Fahrzeug hat sich auch durch einige (kostenlose!) Softwareupdates verbessert. Das soll nicht bedeuten, dass das Model 3 vorher nicht schon gut war – das Gegenteil ist der Fall. Tesla hat mit den Updates Funktionen eingeführt, über die ich vor ihrer Einführung nicht einmal fantasiert hätte.

Vor der Kaufentscheidung habe ich Exceltabellen mit theoretischen Annahmen gefüllt, gerechnet, verglichen und am Ende festgestellt, dass ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor – bei Betrachtung aller im Nutzungszeitraum des Fahrzeugs entstehenden Kosten – teurer ist, als ein Tesla Model 3. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt für einen Blick auf die bisher tatsächlich entstandenen Kosten.

Weil ich Statistiken mag, habe ich seit der Fahrzeugübergabe an jedem Monatsende den Kilometerstand, den Energieverbrauch und die Kosten für den geladenen Strom notiert. Die Daten zum Energieverbrauch stammen ausschließlich aus dem Fahrzeug. Ladeverluste, zu denen es auf dem Weg des Stroms von der Ladesäulen in den Akku kommen kann, sind nicht berücksichtigt.

Fahrzeugstatistik nach sechs Monaten

Wir haben zuhause keine Lademöglichkeit für das Auto. Unsere Ladevorgänge beschränken sich auf öffentliche Ladestationen, die Ladeinfrastruktur am Arbeitsplatz meiner Frau und auf Tesla Supercharger bei längeren Fahrten. Das Verhältnis von Ladevorgängen an Ladestationen mit Wechselstrom und Gleichstrom (AC/DC) beträgt ungefähr 80/20.

Wir wohnen in einer für Elektroautofahrer sehr komfortablen Gegend

In Mainz ist das Laden von Elektroautos seit Ende 2018 kostenfrei, die von Maingau betriebenen Ladesäulen im Raum Frankfurt waren bis November 2019 kostenfrei und auch bei uns im Ort stehen seit letztem Sommer zwei neue Ladesäulen, die bis heute kostenfrei nutzbar sind. Am Arbeitsplatz meiner Frau können Mitarbeiter ihre Elektrofahrzeuge kostenfrei aufladen. Und durch eine Weiterempfehlung laden wir bisher auch noch an Tesla Superchargern ohne dafür zahlen zu müssen.

Mir ist völlig klar, dass dieser Zustand nicht ewig andauern wird. Seit einiger Zeit rechne ich wöchentlich damit, dass die zwei Ladesäulen in unserem Ort vor der Nutzung freigeschaltet werden müssen und damit kostenpflichtig geworden sind. In meiner theoretischen Kalkulation vor dem Kauf des Teslas bin ich auch nicht davon ausgegangen, dass wir die Energie zur Fortbewegung für eine so lange Zeit kostenfrei erhalten würden. Aber so war es bisher und deshalb sehen die tatsächlichen Kosten der ersten sechs Monate wie folgt aus:

Kfz-Steuer0,00 € (steuerfrei ab EZ für 10 Jahre, ab 2029: 62,26 €/Jahr
Versicherung328,10 € (656,20 €/Jahr)
Kilometer Gesamt15.455
Energieverbrauch Gesamt2439 kWh
Energieverbrauch Durchschnitt15,86 kWh/100 km
Energiekosten66,80 €
Service0,00 €
Gesamtkosten394,90 €

Unser alter Renault Clio hätte bei einem Durchschnittsverbrauch von 6,0 Litern Benzin/100 km und einem Benzinpreis von 1,35 €/Liter für diese gefahrene Strecke Tankkosten in Höhe von 1251 Euro verursacht. Mit dem Model 3 haben wir dafür 66,80 Euro gezahlt.

Für eine Gesamtbetrachtung der Kosten ist es aber viel zu früh. Keiner weiß, wie sich der Gebrauchtwagenmarkt entwickelt und wie viel unser Model 3 in ein paar Jahren noch wert sein wird. Ich sehe dieser Entwicklung aber zufrieden und zuversichtlich entgegen. Besonders, weil bereits ausgelieferte Fahrzeuge weiterhin von Softwareupdates profitieren.

Das Fahrzeug informiert den Fahrer beim Einsteigen automatisch, wenn ein neues Softwareupdate zur Verfügung steht.

Man muss dafür in keine Werkstatt fahren oder die Software selbst kompliziert über eine Schnittstelle aufspielen. Zum Download genügt es, das Fahrzeug mit einem WLAN zu verbinden. Sobald das Update heruntergeladen ist, kann man es installieren. Die Installation lässt sich bequem mit der Tesla-App auf dem Smartphone starten und dauert ca. 30 Minuten.

Funktionen, die nach der Fahrzeugübergabe eingeführt wurden und mich bis heute täglich begeistern:

  • Dog-Mode: Die Klimaanlage bleibt beim Verlassen des Fahrzeugs eingeschaltet und auf dem Display steht unübersehbar die aktuelle Innenraumtemperatur und dass der Fahrer bald zurück ist.
  • Joe-Mode: Reduziert die Lautstärke der Fahrzeugsignale im Innenraum an den Fahrer, damit schlafende Kinder nicht geweckt werden. (Ein „Joe“ hatte Elon Musk auf Twitter um eine solche Funktion gebeten)
  • Erhöhung der Ladeleistung von 100 KW auf 170 KW: Die Ladeleistung an Schnellladestationen war für das Model 3 in der günstigeren Standart Plus Version auf 100 KW reduziert, wurde dann aber durch ein Softwareupdate auf 170 KW erhöht. Das erhöht für Tesla den Fahrzeugdurchsatz am Supercharger und bedeutet für uns eine Zeitersparnis von mehreren Minuten pro Ladepause. Wir hatten vorher schon zu wenig Zeit während der Ladepause – jetzt müssen wir uns noch mehr beeilen.
  • Mit der V10 wurden Netflix, Spotify, YouTube und mehrere Games ins Fahrzeug integriert: Bis auf Spotify sind diese Dienste nur im geparkten Zustand nutzbar. Über die Internetverbindung des Fahrzeugs lassen sich alle Dienste kostenlos streamen.
  • Satellitendarstellung des Kartenmaterials
  • Es gibt jetzt einen Webbrowser: Kudos können seitdem auch über das Tesladisplay verteilt werden!

Und seit wenigen Tagen können Besitzer eines Tesla Model 3 Standard Reichweite Plus die Sitzheizung für die hintere Sitzreihe für 300 Euro freischalten. Obwohl wir bei unserer Bestellung darauf hingewiesen wurden, dass der Innenraum der Version Standard Reichweite Plus nur über beheizbare Vordersitze verfügt, wurde die hintere Sitzreihe aus Gründen, die nur Tesla kennt, trotzdem ab Werk mit einer Sitzheizung ausgestattet.

Momentan benötigen wir diese Funktion nicht. Aber wenn sich unsere Situation verändert, sind warme Sitze für alle Mitfahrer*innen nur fünf Minuten beziehungsweise zwei Klicks und 300 Euro weit entfernt.