BUCKET LIST

Vor etwa zwei Wochen habe ich Katrin und Daniel in Frankfurt besucht. Die beiden hatten mich zu einem Interview für den beVegt-Podcast eingeladen. Heute, am 19. März 2020, wurde die Folge veröffentlicht.

Wir haben über das Laufen, meinen Weg zum Veganismus und unsere Vorstellung von der Mobilität der Zukunft gesprochen.

Seit diesem Interview ist sehr viel passiert. Das Coronavirus verbreitet sich mit rasender Geschwindigkeit auf der ganzen Welt, die WHO hat Europa als Epizentrum erklärt und die Maßnahmen, um die Verbreitung zu verlangsamen, werden täglich verschärft.

Das alles hätten wir vor zwei Wochen bei der Aufzeichnung des Podcasts niemals für möglich gehalten. Heute, im Schatten dieser großen Katastrophe, erscheinen unsere Themen und meine persönlichen Herausforderungen absolut bedeutungslos.

Wir alle erleben gerade radikale Einschränkungen. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich am Tag meinen Twitterfeed aktualisiere und wie oft ich überprüfe, ob die neue Folge des Podcasts mit Christian Drosten schon erschienen ist. Mir fällt es sehr schwer das Geschehen nicht in Echtzeit zu verfolgen.

Wenn es euch ähnlich geht und ihr zwischen neuen Meldungen und der Frage, wie sich das alles noch entwickeln wird, für etwa zwei Stunden auf andere Gedanken kommen möchtet, hört euch die Folge an. Vor zwei Wochen war unsere Welt noch eine andere.


Im Gespräch mit Katrin und Daniel konnte ich die Frage nach persönlichen Zielen und Wettkämpfen, die ich in meinem Leben noch erreichen beziehungsweise laufen möchte, nur halbherzig beantworten. Noch auf dem Rückweg nach der Aufzeichnung beschloss ich, bis zur Veröffentlichung der Folge eine Bucket List zu schreiben.

Und hier ist sie.

Wenn wir diese weltweite Krise überstanden haben, wird es auch wieder reizvolle Wettkämpfe geben. Die Zeit für neue Bestzeiten wird wieder kommen.

Aber bis dahin kommt es nur darauf an, dass jeder von uns durch verantwortungsvolle Entscheidungen den Verlauf dieser Krise verlangsamt.

Passt auf euch auf, hört auf die Wissenschaft und bleibt zuhause.

Letztes Update: 19.03.2020


MarathonAndere Laufevents
HamburgBrüder-Grimm-Lauf
FrankfurtRodgau Ultramarathon
BremenKopenhagen Halbmarathon
AmsterdamVenlo Halbmarathon
RotterdamUltra Trail del Lago d’Orta
DingleRennsteiglauf
ParisWettkampf mit meiner Tochter im Babyjogger
London
Wien
Berlin
Kopenhagen
Mont Saint-Michel
Helgoland
Stockholm
Tromsø, Midnight Sun
Interlaken, Jungfrau
Davos
Rom

Länder
Niederlande
Dänemark
Belgien
USA
Frankreich
Schweden
Norwegen
Irland
England
Schottland
Österreich
Schweiz
Italien

Ziele

Marathon unter 02:40 Stunden
Halbmarathon unter 75 Minuten
10 Kilometer unter 34 Minuten
50 Kilometer unter 03:20 Stunden

Wasserkuppenrundweg (FKT)

Als ich in der letzten Woche an der flachen, niederländischen Nordseeküste Strava-Segmente sammelte und dabei über nächste Herausforderungen nachdachte, kam mir der Wasserkuppenrundweg in den Sinn. Nachdem eine Woche das Überqueren von Dünen den größten Anstieg darstellte, schien mir ein langer Lauf um den höchsten Berg Hessens ein abwechslungsreicher Ausgleich zu sein.

Seit kurzem ist der Wasserkuppenrundweg auch auf fastestknowntime.com zu finden. So bin ich überhaupt erst auf diese Strecke aufmerksam geworden. 39 Kilometer und 1200 Höhenmeter machen diesen Rundweg zu einer schönen, regionalen Herausforderung. Marcel, der die Strecke auch eingereicht hat (vielen Dank!), ist sie in 03:49:10 Stunden gerannt.

Zeitlich sollte auf der Strecke noch einiges gehen.

Marcel nach seiner FKT auf dem Wasserkuppenrundweg

Da nahm ich ihn beim Wort und setzte mir ein Zeitziel von unter 3:30 Stunden.

Kühler Start in Poppenhausen

Nach einem klassischen Wettkampffrühstück (Kaffee & Clifbar) fahre ich an einem Freitagmorgen nach Poppenhausen. Um kurz vor 8 Uhr steige ich am Parkplatz im Sebastian-Kneipp-Weg aus dem Auto. Es ist so frisch, dass ich anfangs eine leichte Gänsehaut spüre. Der Parkplatz ist fast leergefegt. Ein Mann spaziert mit seinem Hund an mir vorbei, während ich meine Muskulatur aufwärme.

Die Strecke habe ich auf meiner Uhr gespeichert. Bei guter Beschilderung sollte es ausreichen, dem großen schwarzen „W“ auf weißem Hintergrund zu folgen, sage ich mir. Ich lade trotzdem die Strecke, warte und lese eine Fehlermeldung. Ich wiederhole den Vorgang und lese die Fehlermeldung erneut.

Durchatmen, nicht aufregen. Zur Sicherheit habe ich mein Handy dabei. Auch dort habe ich die Strecke gespeichert.

Und so mache ich mich um 08:13 Uhr mit dem Handy zur Navigation in der Hand auf den Weg.

Über Wiesen und Feldwege verläuft der erste Streckenabschnitt bergauf zum Guckaisee. Auf den Feldern liegt noch leichter Nebel, Morgentau kühlt meine Füße.

Das Handy verstaue ich ein paar Kurven nach dem Start in meiner Laufweste. Die Wegweiser sind hier gut angebracht und kaum zu übersehen.

Pferdskopf

Kurz vor dem Erreichen des Guckaisees ertönt der Segmentealarm meiner Uhr. Ich nähere mich dem Segment „Pferdskopf-Skyrace“. Fast versteckt führt von dem Weg, auf dem ich gerade laufe, ein kleiner Pfad in den Wald. Hier beginnt der anspruchsvolle Aufstieg zum Pferdskopf.

Auf den jetzt nächsten 800 Metern der Strecke müssen 185 Höhenmeter überwunden werden. Abwechselnd geht es über rutschige Steine und kleine Treppenstufen hinauf zum Gipfel. Wie bei jedem Segment, packt mich direkt am Anfang der Ehrgeiz. Aber schnell erinnere ich mich an Markus Worte, vor unserer FKT auf dem Rheingauer Klostersteig.

Mein Segment beginnt und endet heute auf dem Parkplatz in Poppenhausen!

…sage ich mir und reduziere das Tempo. Es wäre ein großer Fehler hier am Anfang wegen einer guten Platzierung in der Bestenliste des Segments zu viel Energie zu verlieren.

Rückblickend war das der anspruchsvollste und schönste Streckenabschnitt. Nach etwa 500 Metern verlasse ich den Wald und sehe den Gipfel des Pferdskopfs vor mir. Umgeben von Nebelschwaden renne ich auf einem kleinen Pfad hinauf.

Wasserkuppe

Der sich anschließende Anstieg zum höchsten Punkt der Strecke wirkt im Vergleich zum gerade beendeten „Skyrace“ recht harmlos. Über Bergwiesen und durch Nebelschwaden laufe ich auf den höchsten Berg der Rhön und Namensgeber der Strecke – der Wasserkuppe.

Nach gut 45 Minuten erreiche ich den Besucherparkplatz. Damit liegt der längste und härteste Anstieg der Strecke hinter mir. Mit diesem guten Gefühl genieße ich die nächsten flotten Kilometer über die Quelle der Fulda zu Hessens größtem Hochmoor – dem Roten Moor.

Rotes Moor

Wegen jahrzehntelangem Torfabbau ist der innere Teil des Moores stark geschädigt. Davon sehe ich aber nichts. Umringt von alten Birken führt mich der Weg auf Holzbrettern durch die grüne Moorlandschaft.

Es folgt ein kurzer Anstieg vorbei am Besucherzentrum. Von dort aus rollt es richtig gut bergab. So gut, dass ich eine Abbiegung verpasse und meinen Fehler erst 200 Meter später bemerke. Ich drehe um und renne den Berg wieder hoch, um dem offiziellen Streckenverlauf zu folgen.

Himmeldunkberg und Simmelsberg

Nach 90 Minuten und 18 Kilometern erreiche ich die Schwendenschanze. Von hier aus ist der Himmeldunkberg, den ich gleich überqueren muss, gut zu sehen. Der Streckenverlauf lässt erahnen, dass die erholsame Zeit des Bergablaufens vorbei ist.

Zwei Kilometer später habe ich den Aufstieg geschafft. Über eine schöne Wiese renne ich wieder steil bergab. An Erholung ist nicht zu denken. Es gilt verlorene Zeit gutzumachen, bevor es erneut bergauf zum Simmelsberg geht.

Der Ausblick von diesen beiden Erhebungen ist beeindruckend. Der Panoramablick lädt zum Verweilen ein – aber nicht heute. Die Uhr läuft schließlich weiter.

Vom Gipfel des Simmelsbergs aus folgt der schwerste Abstieg der gesamten Strecke. Durch sehr hohes Gras und auf fast nicht sichtbaren, steinigen Pfaden klettere ich hinab. An Laufen ist nicht zu denken.

Ein paar hundert Meter später lasse ich das hohe Gras einigermaßen unbeschadet hinter mir und renne weiter bergab nach Gersfeld.

Endspurt

Mit dem Handy in der Hand und dem Streckenverlauf vor Augen renne ich durch das Zentrum der Stadt, um keine Abbiegung zu verpassen. Zu klein und zu versteckt sind hier die Wegweiser. Nach 27 Kilometern verlasse ich die Stadt über den Schloßpark und folge der Strecke vorbei am Wachtküppel und der Ruine Ebersburg.

Nach dem letzten größeren Anstieg in Höhe der Ruine Ebersburg, die versteckt im Wald von der Strecke aus nicht sichtbar liegt, rollt es anfangs steil, später angenehm bergab nach Poppenhausen. Um 11:33 Uhr, 3:20:36 Stunden später, stoppe ich meine Uhr.

Fazit

Immer wieder bremst mich der Blick auf mein Handy, um zu überprüfen, ob ich noch dem Streckenverlauf folge. Zu oft habe ich an entscheidenden Weggabelungen das schwarze „W“ auf dem weißem Hintergrund nicht finden können.

Im Ziel erst fällt mir auf, wie sehr meine Beine unter dem hohen Gras am Simmelsberg und auf dem Weg von Gersfeld nach Poppenhausen gelitten haben – sie sind gezeichnet von vielen roten, juckenden Flecken.

Auf dem Parkplatz wasche ich mir Gesicht, Beine und Füße. Das Wasser dafür habe ich im Auto deponiert. Start und Ziel an der Fuldaquelle wären hierfür natürlich besser gewesen. Aber die härtesten Kilometer am Ende der Strecke? Nein danke!

Ich bin sehr zufrieden mit meiner Wahl des Start-/Zielbereiches. So hatte ich die härtesten Steigungen am Anfang und konnte auf den letzten Kilometern überwiegend bergab zum Ziel rennen.

Mit guter Kenntnis der Strecke und ein bisschen mehr Motivation auf den letzten Kilometern lässt sich die Zeit sicher noch um einige Minuten verbessern. Der Wechsel zwischen asphaltierter Straße und dem typischen landwirtschaftlichem Weg auf den letzten zehn Kilometern zwischen Gersfeld und Poppenhausen hat mich etwas enttäuscht. Da habe ich abwechslungsreicheren Untergrund vermisst.


Zusammenfassung

03.07.2020, 08:13 Uhr
FKT Wasserkuppenrundweg
Wetter: 14°C, bewölkt
Distanz: 39 Kilometer
Zeit: 03:20:36 Stunden
Verpflegung: eine Ladung CLIF BLOKS und einen CLIF SHOT
Schuhe: HOKA ONE ONE Speedgoat 4

Anzeige: CLIF hat mir für dieses und noch weitere Vorhaben ein Care Paket zum Testen zur Verfügung gestellt. Das hat keinen Einfluss auf meine Darstellungen. Außer der Energie erhalte ich dafür keine Gegenleistung.

Ritterschlag auf dem Rheingauer Klostersteig (FKT)

Sonntag, 05:45 Uhr. Der Wecker klingelt. Ich stehe auf, gehe in die Küche und trinke ein Glas Wasser. Auf dem Tisch liegt eine Clif Bar – mein erstes Frühstück. Mehr brauche ich heute Morgen erstmal nicht. Heute ist steht ein Rennen im Kalender.

Noch 90 Minuten bis zum Start

Gemeinsam mit Markus will ich meine alte „fastest known time“ (FKT) auf dem Rheingauer Klostersteig verbessern. Vor zwei Wochen habe ich für die 29,2 Kilometer lange Strecke 2:28 h gebraucht. Heute wollen wir das in 2:20 h schaffen. Ob es uns gemeinsam gelingen wird über 8 Minuten schneller zu sein? Fast 900 Höhenmeter müssen überwunden werden.

Wir trinken eine Tasse Kaffee und überprüfen ein letztes Mal, ob zwischenzeitlich eine neue FKT für den Rheingauer Klostersteig eingereicht wurde – das ist nicht der Fall. Alles bleibt so, wie geplant.

Noch 45 Minuten bis zum Start

Meine Vorfreude steigt. Zähne putzen und ein letzter Schluck Wasser. Anschließend schlüpfen wir in unsere gepackten Laufwesten – Vorbereitung ist alles – und fahren zum Start. Wir hätten auch zum Start laufen können, aber dann wäre der Lauf mindestens ein Marathon geworden und damit hätte sich der Fokus von einer schnellen Zeit auf dem Rheingauer Klostersteig verschoben.

Noch 20 Minuten bis zum Start

Wir erreichen den Parkplatz am Kloster Eberbach. So früh am Sonntagmorgen ist es hier noch vollkommen ruhig. Keine Menschen, kaum parkende Autos.

Auch das Wetter hätte an einem Sonntag im Juni nicht besser sein können. Bewölkter Himmel, etwa 18°C und Wind aus nordwestlicher Richtung. Der Boden ist noch etwas nass vom Regen der letzten Nacht. Kühle, frische Luft weht uns aus dem Wald entgegen.

Wir gehen zur Infotafel an den Startpunkt, starten die GPS Suche und sind wenige Sekunden später bereit. Um 07:26 Uhr drücken wir den Startknopf unserer GPS Uhr. Es geht los!

Die Wand am Kloster

Der Name des nur etwa 100 Meter langen Segments kurz nach dem Start ist Programm. Mit einer Steigung von 19,6 % geht es auf einem kleinen Trail bergauf. Wer die Distanz in weniger als 1:25 Minuten zurücklegt, holt sich die Krone. Wir sind einige Sekunden langsamer. Einzelne Strava-Segmente stehen heute nicht im Vordergrund.

Mein Segment endet heute in Aulhausen.

Markus, kurz vor dem Start.

Hinauf zur Hallgarter Zange

Nach vier Kilometern erreichen wir über teils schmale und steinige Trails den höchsten Punkt der gesamten Strecke – die Hallgarter Zange. Einige Stürme haben dem Wald dort oben in den letzten Monaten sehr zugesetzt. Wir haben Glück und müssen heute nicht über einen umgestürzten Baum klettern (wie ich bei meinem ersten Versuch vor einigen Wochen auf dem folgenden Foto).

Wir laufen locker weiter. Ich trinke einen kleinen Schluck Wasser und esse den ersten Clifblok. Viel Zeit zum Erholen bleibt aber nicht. Wir wollen schließlich unser Zeitziel erreichen.

Auf einem schmalen Trail, über kleine Wurzeln und große Steine lassen wir voll konzentriert die Hallgarter Zange hinter uns und rennen mit hohem Tempo bergab.

Es folgt ein flotter Kilometer auf einem Forstweg, da führt uns der Streckenverlauf schon auf den nächsten Trail. Noch schneller rennen wir hier über zwei Kilometer hinunter zu den Pfingstbachwiesen. Gerade an die Geschwindigkeit gewöhnt, bremst uns nach neun Kilometern der nächste knackige Anstieg aus. Es folgt ein letzter, schöner kurzer Trail, bevor wir nach etwa elf Kilometern nördlich von Oestrich-Winkel den Wald verlassen.

Panoramablick auf dem Weg nach Johannisberg

Auf den nächsten Kilometern sind wir größtenteils ungeschützt der Sonne ausgesetzt – nur nicht heute. Der Himmel ist noch immer bewölkt, die Temperatur, nicht wie auf dem vier Wochen alten Foto, angenehm kühl.

Vorbei am Schloss Johannisberg und durch den gleichnamigen Ort folgen wir dem Elsterbach zum Kloster Marienthal. Dort erwartet uns der Ketteler Steig. 100 Meter und eine Steigung von 21,4 %. Wir reduzieren unser Tempo und gehen auch ein paar Meter. Oben angekommen lässt sich so das Tempo wieder schnell erhöhen. Genau die richtige Strategie. Auf den nächsten fünf Kilometern, vorbei am Kloster Nothgottes, bauen wir unseren Vorsprung auf meine alte Bestzeit deutlich aus.

Der letzte harte Anstieg

So lassen wir auch die Abtei St. Hildegard viel früher hinter uns, als ich erwartet hätte. Noch vor der 2-Stunden-Grenze haben wir den letzten harten Anstieg geschafft. Für die letzten vier Kilometer verbleiben 18 Minuten, um das Ziel in 2:20 h zu erreichen.

Mit Vollgas auf dem letzten Trail bergab ins Ziel

Wir rennen in einem großen Bogen um den Ebentaler Ponyhof, queren die L3454 (hier nicht die versteckte Einfahrt verpassen!) und verlassen die Straße zum letzten, schmalen Klostersteigtrail nach Aulhausen. Wir haben Glück und werden hier nicht von entgegenkommenden Wanderern ausgebremst. Nur der schlammige Untergrund kostet uns wenige Sekunden, hindert uns aber nicht daran, den letzten Kilometer in 3:30 Minuten zu rennen.

Um 09:44 Uhr, nach 2:18:09 h, stoppen wir unserer Uhren.

Geschafft.

Gemeinsam waren wir stark.


Zusammenfassung

14.06.2020, 07:26 Uhr
FKT Rheingauer Klostersteig, (Nr. 3)
Wetter: 18°C, bewölkt, windig
Distanz: ca. 29,2 Kilometer
Zeit: 2:18:09 Stunden
Verpflegung: CLIF BLOKS Margarita Citrus
Schuhe: HOKA ONE ONE Clifton 6

Anzeige: CLIF hat mir für dieses und noch weitere Vorhaben ein Care Paket zum Testen zur Verfügung gestellt. Das hat keinen Einfluss auf meine Darstellungen. Außer der Energie erhalte ich dafür keine Gegenleistung.

Fastest Known Time – Der Rheingauer Klostersteig

Wenn keine Wettkämpfe mehr stattfinden und lange geplante Ziele verschoben werden müssen, sucht man nach alternativen Herausforderungen. Wahrscheinlich erweckt fastestknowntime.com aus genau diesen Gründen gerade das Interesse so vieler Menschen.

Worum es geht?

The best routes: what are they, who did them, and how fast?

fastestknowntime.com

Jeder kann auf FKT eine besonders schöne Strecke einreichen. Man findet dort bereits weltberühmte Routen wie den Appalachian Trail, aber auch lokale Herausforderungen wie den Rheingauer Gebückwanderweg oder den Niddaradweg.

Jeder Läufer entscheidet selbst, wann und wie (supported, self-supported, unsupported) die Strecke bewältigt wird. Am Ende verifiziert FKT mit Hilfe der GPS-Aufzeichnung, ob die gelaufene Strecke mit der hinterlegten Route übereinstimmt.

Der Rheingauer Klostersteig – jetzt auch auf fastestknowntime.com

Wirklich sehr gut ausgeschildert führt der Rheingauer Klostersteig über 30 Kilometer vom Kloster Eberbach über verschiedene Ruhepunkte an den Klöstern Johannisberg, Marienthal, Nothgottes und Abtei St. Hildegard vorbei bis zur Marien Kirche nach Rüdesheim-Aulhausen.

Man läuft die meiste Zeit ungestört durch die wunderschöne Landschaft des Rheingaus, durch Wald und Tal, über schmale Trails und grüne Wiesen.

Gerade weil es bei FKT um die schnellste Zeit geht, lohnt es sich, die Strecke mindestens zwei Mal zu laufen – einmal mit und einmal ohne den Blick auf die Uhr. 😉

Die Fakten

Länge: 29,5 km

Startpunkt: Kloster Eberbach bei Eltville

Ziel: Marienkirche Rüdesheim-Aulhausen

Gesamtaufstieg: 814 Höhenmeter (aufaddiert)

Höchster Punkt: Hallgartener Zange (580 m)

Tiefster Punkt: Brücke über den Elsterbach, Johannisberg (133 m)

Höhenprofil der Strecke

Noch Fragen?

Meine Ergebnisse

24.05.20202:37:38 h
30.05.20202:28:56 h
14.06.20202:18:09 h

7 GRÜNDE, UM MIT DEM RAD ZUR ARBEIT ZU PENDELN

Weniger Dinge zu besitzen, bedeutet für mich mehr Zeit, mehr Geld, mehr Platz und mehr Möglichkeiten zu haben. Es macht mich freier und zufriedener. Wer weniger besitzt, kann mehr leben.

Christof Herrmann (einfachbewusst.de)

Im Frühjahr 2017 hörte ich auf mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. In den kalten und nassen Wintermonaten davor kamen zwar einige schöne Kilometer zusammen, aber am Ende wollte ich schneller zuhause sein und ersetzte das Fahrrad durch ein kleines Fahrzeug – einen Renault Twizy.

Seit diesem Umstieg hat sich viel verändert. Unsere Tochter kam zur Welt, ich habe meine Arbeitszeit reduziert und meine Bereitschaft für sportliche Herausforderungen ist deutlich gestiegen.

Momentan haben wir zwei Fahrzeuge. Ein Tesla Model 3 und einen Smart Fortwo – zwei Elektroautos. Und seit dem Beginn der Corona-Krise werden diese Fahrzeuge kaum noch bewegt.

Dieser Zustand und die 100. Folge des CLEANELECTRIC-Podcasts (danke Volker Quaschning!) waren für mich der Auslöser unser Mobilitätsverhalten grundsätzlich zu überdenken und zu hinterfragen.

Mobilitätsgewohnheiten überprüfen

In Deutschland werden immer mehr Fahrzeuge zugelassen. Die Statistiken erzielen Jahr für Jahr neue Rekorde. Aber damit unsere Städte in naher Zukunft nicht kollabieren und wir die Klimaziele erreichen, müssen wir den Fahrzeugbestand insgesamt deutlich reduzieren.

Für uns steht fest: ein Familienauto ist genug! Wir werden unseren Alltag auf absehbare Zeit gut mit einem Auto – dem Tesla Model 3 – gestalten können. Und für mehr Flexibilität steige ich wieder auf das Fahrrad.

Grundlagenausdauer verbessern

Während ich vorher pro Arbeitstag mindestens eine Stunde sitzend im Auto verbracht habe, kann ich nun die Fahrt zur Arbeit als Trainingseinheit nutzen und an meiner Grundlagenausdauer arbeiten – auch um läuferisch die nächste Stufe zu erreichen.

Neue Regionen entdecken

Neben den Fahrten zur Arbeit möchte ich ein bis zwei wöchentliche Trainingseinheiten auf dem Rad absolvieren. In meinem Strava-Feed motivieren mich einige Leute schon seit Wochen mit ihren Radfahraktivitäten endlich auch auf das Fahrrad zu steigen und neue, unbekannte Strecken zu entdecken – darauf freue ich mich besonders.

7 Gründe, um mit dem Rad zur Arbeit zu pendeln

  1. Wir reduzieren unseren ökologischen Fußabdruck.
  2. Der Arbeitsweg wird zur ergänzenden Trainingseinheit
  3. Auch wenn die Fahrzeit etwas länger wird, haben wir insgesamt mehr Zeit. Ladesäulenspaziergänge, Reifenwechsel, Fahrten zur Waschanlage, zur Werkstatt und zum TÜV fallen weg. Und weil die Pendelfahrt auch das Potential hat eine Trainingseinheit zu ersetzen, spare ich auch in diesem Bereich Zeit.
  4. Wir geben weniger Geld für unsere Mobilität aus. Ein Auto verursacht nicht nur in der Anschaffung, sondern auch in der Unterhaltung Kosten. Die Ausgaben für die Instandhaltung eines Elektroautos sind zwar geringer, als für einem vergleichbaren Verbrenner, liegen aber erheblich über den Kosten, die für die Pflege eines Rennrads zusammenkommen.
  5. Ich sitze weniger. Bewegung vor der Arbeit erhöht die Leistungsfähigkeit, Bewegung nach der Arbeit fördert die Entspannung.
  6. Ich verbringe mehr Zeit in der Natur. Meine Pendelstrecke verläuft überwiegend auf Radwegen und Straßen direkt am Rheinufer.
  7. Ich überwinde in einem neuen Bereich die persönliche Bequemlichkeit und etabliere eine neue Gewohnheit.

APRIL 2020 – #TRAINALONEORSTAYATHOME

Distanz408,1 km
Zeit32h 1min
Höhenmeter3846 m
Läufe42
Ruhetage2

Über 400 gelaufenen Kilometer, drei virtuelle Wettkämpfe und zwei inoffizielle neue Bestzeiten. Der April war ein guter Monat!

Nachdem vor kurzem bereits der Berlin-Marathon abgesagt wurde, wird es immer wahrscheinlicher, dass wir in diesem Jahr keine großen Laufveranstaltungen mehr sehen werden. Sportlichen Herausforderungen können wir uns aber auch ohne die Teilnahme an einem Wettkampf stellen. Jeder für sich.

Für mich lag in den letzten vier Wochen der Schwerpunkt auf dem Verbessern von Segmenten auf Strava und auf neuen (in)offiziellen Bestzeiten.

Die besten Läufe

Im Rahmen der Anti-Corona-Running-League habe ich meine Bestzeit über eine Meile (5:08 Minuten) und 5 Kilometer (17:07 Minuten) verbessern können. Das angestrebte Jahresziel über die 5-Kilometer-Distanz ist damit nur noch 8 Sekunden entfernt.

Ein besonderes Erlebnis war die Teilnahme am virtuellen Rennen #WechselzoneVR20. Der Wechselzonepodcast hatte seine Hörer eingeladen, am Osterwochenende auf verschiedenen Distanzen alleine und auf einer selbst bestimmten Strecke die persönliche Form in einem Rennen gegen sich selbst zu testen. Weil mich ein schneller Marathon im weiteren Trainingsverlauf zu einer Pause gezwungen hätte, habe ich mich für schnelle 10 Kilometer entschieden. Die rannte ich in 35:29 Minuten und wurde mit dieser Zeit der schnellster Teilnehmer dieses virtuellen Rennens. Vielen Dank für die Herausforderung und besonders für die Medaille, die ich ein paar Tage später in meinem Briefkasten fand – vielleicht die einzige in diesem Jahr!

Ausblick

In vier Wochen werden Markus und ich einen weiteren 5-Kilometer-Tempo-Test absolvieren – in hoffentlich unter 17 Minuten!

Mein neues Rennrad kommt in wenigen Tagen. Es soll unseren Zweitwagen ersetzen, meine Grundlagenausdauer verbessern und mich zu einem schnelleren Läufer machen. Wie das gelingt? Ich werde davon berichten!