RHEINGAU-STADION CROSS 2020

HOKA EVO XC Spike im Wettkampftest

Anmerkung: Das ist ein persönlicher Erfahrungsbericht eines Cross-Anfängers. Ich bin noch nie in einem anderen Schuh mit Spikes gelaufen und beschreibe hier mein Wettkampferlebnis im EVO XC Spike. Diesen Schuh habe ich selbst gekauft, er wurde mir nicht zur Verfügung gestellt. Auch für die Darstellung und meinen Bericht bekomme ich keine Gegenleistungen von HOKA ONE ONE.

Sehr spontan wurde ich weniger als zwei Wochen vor der Austragung auf die offenen Crossmeisterschaften des Leichtathletik-Kreises Rheingau-Taunus im Rheingaustadion in Geisenheim aufmerksam. (Danke Alex!)

Ich musste nicht lange überlegen und beschloss dieses „Heimspiel“ in meine aktuelle Halbmarathonvorbereitung zu integrieren. Weil Samstage zur Zeit von anspruchsvollen Tempotrainings geprägt werden, passte die Teilnahme an der Cross-Langstrecke (ca. 6,3 km) auch sehr gut in meinen Trainingsplan.

Für eine bessere Bodenhaftung und eine effizientere Kraftübertragung bei Crossläufen dachte ich schon länger über die Anschaffung eines speziellen Schuhs nach. Mit der Anmeldung für das heutige Rennen war auch der richtige Zeitpunkt für den Kauf meiner ersten Spikes gekommen.

Meine Wahl viel auf den EVO XC Spike von HOKA ONE ONE. Dieser Schuh ist für „Querfeldeinläufe“ designt. HOKA verspricht durch das symmetrisch angeordnete Spikemuster an der Sohle mehr Halt auf weicherem Boden und ein insgesamt schnelles Kurvenverhalten. Am Ende entschied ich mich ohne weitere Tests anderer Hersteller für dieses Modell, weil ich alle Bestzeiten der letzten Jahre in einem Schuh von HOKA ONE ONE gelaufen bin. Ja, ich bin begeistert und ein Fan der Marke geworden. 😉

380 Gramm wiegt ein Paar in der Größe US 10. Die Dornen lassen sich mit dem Dornenschlüssel sehr gut in der Sohle befestigen und sind ca. 6 Millimeter lang. Nach dem Rennen erfuhr ich, dass es speziell für Crossläufe auch Schuhe mit 12 Millimeter langen Dornen gibt. (Danke Markus!)

Trotz der „kurzen“ Dornen war ich vom ersten Schritt an vom EVO XC Spike begeistert. Während mich der Streckencheck vor dem Start noch über trockene, hügelige Wiesenabschnitte führte, sollte das Rennen ein richtiger Härtetest bei Sturm und Regen werden.

Starkregen und Sturm zum Start

Nach einem sonnigen und windstillen Vormittag verdunkelte sich der Himmel pünktlich zum Start des letzten Rennens – der Cross-Langstrecke. Schade, denn nach dem schlechten Wetter in Jügesheim vor vier Wochen hatte ich heute auf bessere Bedingungen gehofft. Besonders auch, weil meine wundervolle Familie zum Anfeuern an die Strecke gekommen war.

Das Cross-Langstreckenrennen startete um 15:30 Uhr. In diesem Wettkampf galt es, sechs Runden (jeweils ca. 980 Meter) innerhalb des Stadions und daran anschließend noch den Zieleinlauf (ca. 350 Meter) so schnell wie nur möglich zu rennen.

Bereits nach der ersten Kurve des Rennens positionierte ich mich an der Spitze des Feldes. Die Cross-Runde führte uns im inneren des Stadions auf der Wiese über zwei Hügel um die 400-Meter-Bahn, am Stadionbüro vorbei hinab zum Fußballplatz. In der „Kellersgrube“ wurde das Spielfeld umlaufen, bevor es nach zwei scharfen Kurven wieder hinauf zum Start und damit auf die nächste Runde ging.

Mit jeder Runde wurde der Regen stärker und der Wind stürmischer.

Doch der EVO XC Spike führte mich mit hoher Geschwindigkeit durch die engen Kurven und sicher jeden Hügel hinab. Die verbesserte Bodenhaftung der Spikes begeisterten mich mit jeder absolvierten Runde mehr. In einem normalen Laufschuh hätte ich vor den Kurven abgebremst, um auf dem matschigen Untergrund nicht den Halt zu verlieren. Mit den Spikes konnte ich die Geschwindigkeit halten und so wertvolle Energie sparen.

Dieser Vorteil wurde von Runde zu Runde stärker, weil die Strecke vom starken Regen immer durchnässter und rutschiger wurde. Später erfuhr ich, dass es hinter mir im Feld zur einen oder anderen gefährlichen Rutschpartie kam.

Mein Plan, die ersten Runden in einer größeren Gruppe vom Wind geschützt zu rennen, ging nicht auf. Kurz vor dem Ende der zweiten Runde führte ich das Feld weiterhin an und hatte auf meine Verfolger einen Vorsprung von ca. 20 Sekunden.

Den Rhythmus der ersten beiden Runden (3’33/km) konnte ich mit zunehmendem Wind nicht halten. Die Rundengeschwindigkeit pendelte sich bei 3‘43/km ein. Auch die Tatsache, dass der Abstand zu meinen Verfolgern mit jeder Runde größer wurde, sorgte nicht für mehr Vortrieb. Den zweiten Abschnitt des Rennens lief ich gleichmäßig und energiesparend, um nach der sechsten Runde mit genügend Reserven zum Zielsprint ansetzen zu können. Diese Strategie ging auf (3‘25/km auf dem letzten Streckenabschnitt).

Fazit

Die Strecke ist schnell, anstrengend und hat viel Abwechslung in meinen Trainingsalltag gebracht. Trotz des schlechten Wetters war es ein gutes Rennen. Der EVO XC Spike hat seinen ersten Härtetest sehr gut bestanden. Und auch völlig durchnässt und mit Schlamm an den Händen kann man schnell rennen und dabei viel Spaß haben. Das war hoffentlich nicht der letzte Crosswettkampf in diesem Jahr!


ZUSAMMENFASSUNG

29.02.2020, 15:30 Uhr
15. Rheingau-Stadion Cross in Geisenheim
Wetter: 13°C, Starkregen und Sturm
Distanz: ca. 6.230 Meter (Cross-Langstrecke)
Zeit: 22:54 Minuten
Platz: 1 (Gesamt), 1 (AK)
Schuhe: HOKA ONE ONE EVO XC Spike

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